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Günter Grass pp 133-146 | Cite as

»Der Butt«

  • Volker Neuhaus
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

In »Der Butt« wird die in »Aus dem Tagebuch einer Schnecke« entwickelte und erprobte Erzählhaltung fortgeführt und weiter ausgebaut. Wieder gibt es eine die Buchgliederung bestimmende Handlung auf der Zeitebene der jüngsten Vergangenheit, deren Eckdaten bewußt gesetzt sind: Zeugung und Geburt von Helene Grass, der das Buch gewidmet ist und die ihren Namen nach Grass’ Mutter bekommen hat (V, 630). Sie sind nicht das früheste und nicht das späteste Datum auf dieser Ebene. Das Fangen des Butts durch die drei Feministinnen erfolgt am 7. August 1973 (V, 56), das Kind wird Anfang Oktober gezeugt und im Sommer 1974 geboren, danach folgen noch die Polenreise im Spätsommer 1974, Ilsebills Reise zu den Kleinen Antillen (V, 320), die Indienreise vom Februar 1975 (V, 204–220). Den Eckdaten Zeugung und Geburt entspricht die Kapitelfolge der »Neun Monate«, in die alle anderen Ereignisse in Vor- oder Rückgriffen eingeordnet sind. Buch und Kind entsprechen sich so: dem von der Frau hervorgebrachten organischen Wesen entspricht des Mannes ästhetische »Kopfgeburt« (V, 114) als »ätherische Nebenzeugung« desselben Aktes (V, 6). Wie in »Aus dem Tagebuch einer Schnecke« sind auf dieser Zeitebene zwei örtlich verschiedene parallele Handlungsstränge zu unterscheiden: die Szenen zu Hause (Butt: Wewelsfleth, Tb: Berlin) und das Tribunal in Berlin, das dem Wahlkampf im Tagebuch entspricht.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

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  • Volker Neuhaus

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