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Günter Grass pp 114-132 | Cite as

»Aus dem Tagebuch einer Schnecke«

  • Volker Neuhaus
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Dieses 1972 erschienene Buch nimmt in Grass’ epischem Werk eine Achsenposition ein: Zum einen ist es »wie jede deutsche Geschichte eine Geschichte mit Vergangenheit« (Klappentexte der Originalausgabe, zitiert bei K. L. Tank, L 218, S. 84). Wie die Bücher der »Danziger Trilogie« beschäftigt es sich mit dem Dritten Reich und seinen Nachwirkungen in der Gegenwart, verlagert aber dabei, wie schon »örtlich betäubt«, den Schwerpunkt des Erzählens von der Vergangenheit auf die Gegenwart. Zugleich aber erweist sich »Aus dem Tagebuch einer Schnecke« als Vorübung des Autors für den späteren »Butt«: Er sammelt darin nach seinen eigenen Worten »Schreib-Erfahrung, […] ohne die der ›Butt‹ nicht möglich gewesen wäre« (G 30). Indem »das Autor-Ich und das Erzähler-Ich weitgehend identisch« sind (ebd.), gewinnt Grass eine Möglichkeit, alle ihn in seiner Gegenwart als Schriftsteller, politisch engagierter Bürger, Ehemann und Familienvater beschäftigenden Fragen direkt anzusprechen und zugleich als Autor eine Geschichte zu erzählen und dabei das eigene Erzählverfahren in Werkstattnotizen zu kommentieren. Wie Oskar einen fiktiven, schreibt Grass im »Tagebuch« einen wirklichen Roman eines Romans.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

Authors and Affiliations

  • Volker Neuhaus

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