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Günter Grass pp 181-186 | Cite as

»Zunge zeigen« — »Totes Holz« — »Brief aus Altdöbern«

  • Volker Neuhaus
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Nach Erscheinen der »Rättin« wird es exakt sechs Jahre dauern, bis Grass in den »Unkenrufen« (1992) wieder mit einem fiktionalen Werk, einer »Erzählung« vor das Publikum tritt. Noch vor Abschluß des »Rättin«-Manuskripts beginnt Grass mit den Vorbereitungen für einen einjährigen Aufenthalt in Calcutta, dessen Wurzeln bis zur im »Butt« gestalteten ersten Indien-Reise zurückgehen, die ihn bleibend »verstört« (G 9, S. 41, s. V, 203–220): »Als er vor Jahren allein hier war und sich entsetzte über die Stadt, wollte er weg. Kaum weg, wollte er wieder hierher.« »Die entsetzliche Stadt, darin die schreckliche Göttin, ließ ihn nicht los« (Zz, 109). »Ich versprach mir, wiederhierherzukommen, länger zu bleiben, auszuhalten, genauer und geduldig hinzusehen und — wenn möglich — zu begreifen« (G 9, S. 41). Calcutta wird für Grass zur »eigentlichen Welthauptstadt« (4Jz, 237) und Kali zur Göttin unseres »Zeitalter[s]« (Butt, V, 205). In keiner andern Stadt treffen der für Grass — und seinen Freund Willy Brandt — immer weltbeherrschender werdende Nord-Süd-Konflikt so unmittelbar aufeinander, »Hütten vor Palästen, Slums vor der Tür« (Zz, 102). Ein ganzes Jahr lang will er sich dem aussetzen, nicht im internationalen Hotel, nicht im diplomatischen Getto, sondern in Calcutta leben.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

Authors and Affiliations

  • Volker Neuhaus

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