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Skizze der Walther-Rezeption

  • Manfred Günter Scholz
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Von der zeitgenössischen Rezeption Walthers war an verschiedenen Stellen bereits die Rede: Gottfried von Straßburg überreicht ihm den Lyriker-Lorbeer, Wolfram von Eschenbach nennt zwei Mal seinen Namen, Thomasin von Zerclaere polemisiert gegen seine Opferstock-Sprüche, Reinmar der Alte und andere setzen sich in der ›Fehde‹ mit ihm auseinander, Ulrich von Singenberg parodiert ihn, widmet ihm aber auch einen Nachruf (zu weiteren Parodien vgl. Schweikle 1986a). Dies alles spiegelt die Bedeutung, die Walther von seinen Kollegen zuerkannt wurde, und schon darin deutet sich auch die »literarische Kanonbildung« an, »die sich u.a. an den Dichternennungen in der Spruchdichtung ablesen läßt« (Holznagel 1995, S. 94). Der Marner, Reinmar von Brennenberg, Robyn und Hermann der Damen nennen ihn in Sammelnachrufen als Vorbild und Vorläufer, wie ihn ähnlich auch der Didaktiker Hugo von Trimberg mit seinem berühmten Ausspruch im Renner würdigt: Her Walther von der Vogelweide:/Swer des vergêze der tête mir leide. Ohne Walthers Namen zu erwähnen, läßt Ulrich von Lichtenstein einen kneht die erste Strophe des Preislieds singen, Rudolf von Ems zitiert im Willehalm von Orlens Walther mit seinem Wort von der Unvereinbarkeit von minne und kintheit aus dem Spruch 102,1ff., der Dichter des Jüngeren Titurel, Albrecht, nimmt die drei Werte aus dem ersten Reichsspruch 8,4ff. auf (die meisten dieser Beispiele bei Schweikle 1970; vgl. auch Gerstmeyer 1934, S. 16–27. u. 32–36; Hein 1934, S. 39–43.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Manfred Günter Scholz
    • 1
  1. 1.Eberhard-Karls-Universität TübingenDeutschland

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