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Walthers Werk

  • Manfred Günter Scholz
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Walther von der Vogelweide ist der erste deutsche Dichter, der in seinem Werk alle drei in der mittelhochdeutschen Literatur bisher gepflegten lyrischen Genres vereinigt: das Minnelied, den Sangspruch, das religiöse Lied (bzw. den Leich). Seine Vorgänger, die zum Teil noch seine Zeitgenossen waren, haben sich, wenn die Überlieferung nicht trügt, entweder auf eine einzige Gattung beschränkt, so Rudolf von Fenis und Heinrich von Morungen auf den Minnesang oder Spervogel auf den Sangspruch; oder sie haben ein religiöses Thema wie den Kreuzzug im Minnekontext behandelt oder (seltener) neben Minneliedern das eine oder andere Kreuzlied (Heinrich von Rugge einen Kreuzleich) verfaßt, so z.B. Friedrich von Hausen und Reinmar der Alte; oder aber es finden sich im Oeuvre von Minnesängern einstrophige Texte, die inhaltlich Affinität zum Sangspruch zeigen, so bei Meinloh von Sevelingen die Minnelehren MF 12,1ff. und 12,14ff. und zahlreicher bei Heinrich von Veldeke (z.B. MF 61,1ff. und 61,18ff. über die boesen site, 65,21ff. über die huote). Auch bei Walther sind die Gewichte nicht gleichmäßig verteilt. Neben dem Leich hat er ca. 500 Strophen gedichtet (vgl. die auf Handschrift C basierende vollständige Uberlieferungskonkordanz bei Brunner/Müller/Spechtler 1977, S. 18*–27*, jetzt mit einigen zusätzlichen Hinweisen Holznagel 1995, S. 508–529); davon gehören ca. zwei Drittel dem Genre Minnelyrik an, gut ein Viertel der Sangspruchdichtung und ca. 7 % der religiösen Lyrik.

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Manfred Günter Scholz
    • 1
  1. 1.Eberhard-Karls-Universität TübingenDeutschland

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