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Walthers Leben

  • Manfred Günter Scholz
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Mit Recht hat Halbach (1965, S. 8f.) dem Abschnitt »Geburtsheimat« den zur »Jugend-Heimat« vorangestellt, finden sich in Walthers Werk doch einige wenige Ich-Aussagen, die sich auf diese beziehen lassen könnten, aber keine einzige, die über seine Herkunft Aufschluß gäbe. Als Walther sich gegen die neue, unhöfische Mode, hêrren guot und wîbes gruoz zu erwerben, zur Wehr setzen zu müssen glaubt, beklagt er sich zuallererst bei Herzog Leopold, mit der Begründung: ze Œsterrîch lernde ich singen unde sagen (32, 14). Und im Rückblick auf sein Leben muß er sich fragen, ob dieses ein Traum war, ob er aus einem langen Schlaf erwacht ist, denn fremd sind ihm geworden liute und lant, dar inn ich von kinde bin erzogen (124,7; der Reim und der Sinn verlangen diese Konjektur Lachmanns gegen den Wortlaut bin geborn der beiden Handschriften). Wieder dürfte Österreich gemeint sein, denn die Elegie, aus der dieser Vers stammt, ist im ›österreichischem Metrum der Nibelungen-und Kürenberger-Langzeile (dazu s.u. S. 167f) geschrieben. Vom Kontext her und durch die Erwähnung Leopolds mit der erstgenannten Stelle verwandt, wenn auch durch die wir-Formulierung (in der das Ich sich mit der ritterschaft zusammenschließt) vielleicht von schwächerem Zeugniswert ist der Ausruf wol ûf mit mir, und vare wir dâ heim in Osterrîche! (XXIX,7; Cormeau 1996, S. 58).

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Manfred Günter Scholz
    • 1
  1. 1.Eberhard-Karls-Universität TübingenDeutschland

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