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Gustave Flaubert (1821–1880)

  • Uwe Dethloff
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Mit der Veröffentlichung von Madame Bovary in der Revue de Paris im Jahre 1856 tritt in der Geschichte des europäischen Romans eine der entscheidendsten Wendungen ein. Wie Jean-Paul Sartre stellvertretend für viele in seinem monumentalen Werk, l’Idiot de la famille, unterstreicht, hat Gustave Flaubert als der Schöpfer des modernen Romans zu gelten, auf den sich die Romankritik und -ästhetik der Moderne beruft oder bezieht (Sartre, 1971/72, Bd.I, S. 8). Daß Flaubert mit Madame Bovary einen auch für seine Zeitgenossen überraschenden, z.T. provozierenden neuen Romantyp lanciert hat, spiegelt sich in der zeitgenössischen Rezeption. Sainte-Beuve unterstreicht die originellen Merkmale von Flauberts Romankunst wie Wissenschaftlichkeit und Genauigkeit der Beobachtung, zeigt sich jedoch von der Vorliebe des Autors für Detailbeschreibungen nach Art der »anatomistes« wenig begeistert (Sainte-Beuve, Le Moniteur universel, 4. Mai 1857). Ähnlich hatte ja auch einer der Hauptvertreter des programmatischen Realismus, Edmond Duranty, geurteilt und behauptet, Madame Bovary bestehe nur aus gefühlloser »description matérielle« (Réalisme, 15. März 1857). Cuvillier-Fleury entdeckt bei Flaubert das Hauptlaster des programmatischen Realismus wieder: die écriture im Sinne der photographischen Reproduktion von Wirklichkeit (Journal des Débats, 26. Mai 1857).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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  • Uwe Dethloff

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