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Einleitung

  • Uwe Dethloff
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Der Realismus ist neben der Romantik, dem Naturalismus, dem Symbolismus und der literarischen Dekadenz der achtziger und neunziger Jahre eine der prägenden Strömungen der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts, zumal mit ihm so bedeutende Autoren wie Stendhal, Honoré de Balzac und Gustave Flaubert assoziiert werden. Le Rouge et le Noir, Le Père Goriot und Madame Bovary gehören seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur Weltliteratur und erfreuen sich auch heute noch in der Postmoderne des ungebrochenen Interesses einer breiten Leserschaft, wohl gerade auch deswegen, weil sie über ihren Charakter als Zeitdokumente hinaus die existentiellen Grundsituationen des Menschen vor dem Hintergrund seiner gesellschaftlichen Einbindung so eindringlich und facettenreich schildern. Darüber hinaus vermitteln sie ein Bild von dem archetypischen Spannungsverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, das auch in der Moderne, wenngleich unter anderen Voraussetzungen und mit veränderten Konfliktsituationen, die Menschen in ihren Handlungsmustern, Zielvorstellungen und emotionalen Verstrickungen determiniert. Nicht von ungefähr haben die französischen Realisten des vergangenen Jahrhunderts in der Gegenwart kaum an Popularität eingebüßt, weil sie auch den Leser von heute durch das Angebot einfühlender Identifikation oder bewußter Provokation zu einer engagierten Lektüre animieren.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

Authors and Affiliations

  • Uwe Dethloff

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