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Naturwissenschaftliche Schriften

  • Benedikt Jeßing
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Auch die literarischen Texte des ›Dichters‹ Goethe waren von den frühen 1770er Jahren an von einer spezifischen Naturauffassung, -gestaltung und -metaphorisierung geprägt. Natur erfuhr durch die junge Generation um Goethe eine neuartige Bewertung: Sie wurde herausgelöst aus ihrem Objektstatus in der starren Gegenüberstellung von Objekt und erkennendem Subjekt, die die neuzeitliche Naturwissenschaft und die Aufklärung bestimmte. Stärker als Goethes eigene programmatische Schriften der frühen siebziger Jahre vermag diese Neuerung das sogenannte Tiefurter Fragment »Die Natur« von Georg Christian Tobler auszudrücken, verfaßt 1781 nach einem Besuch in Weimar und von Goethe anonym veröffentlicht, so daß es einige Zeit für eines seiner Werke galt (und deshalb auch etwa in der Hamburger Ausgabe zu finden ist). Dort heißt es:

»Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen – unvermögend aus ihr herauszutreten, und unvermögend tiefer in sie hineinzukommen. Ungebeten und ungewarnt nimmt sie uns in den Kreislauf ihres Tanzes auf und treibt sich mit uns fort, bis wir ermüdet sind und ihrem Arme entfallen.« (HA 13, 45)

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

Authors and Affiliations

  • Benedikt Jeßing

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