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Prosa

  • Benedikt Jeßing
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Dem Roman haftete seit dem Niedergang des höfischen Epos und dessen karikaturhafter Wiedergeburt im chevaleresken Roman des 14. bis 17. Jahrhunderts einerseits und der Umwandlung des »âventiure«- in den Abenteuer-Roman andererseits immer der Ruch des phantastischen, völlig fiktiven, unwahrhaftigen und bloß unterhaltenden Textes an. Roman-Lesen wurde noch in der Aufklärung als verwerflich und moralisch gefährdend angesehen, die höheren Stände, die sich als kulturtragend auffaßten, desavouierten das Lesen von Romanen despektierlich als Freizeitvergnügen der literaten Unterschichten. Erst die Romane des Engländers Samuel Richardson, Rousseaus Nouvelle Heloïse und in Deutschland ansatzweise die Romane Sophie von La Roches und Gellerts änderten die Einstellung zur großen Prosa-Gattung — allein der große Durchbruch gelang noch nicht. Erst mit Goethes Werther wird der Roman ›literaturfähig‹, und ohne den Wilhelm Meister ist zumindest eine oder sogar die bestimmende Romantradition des 19. Jahrhunderts nicht denkbar: die des Bildungs- oder Entwicklungsromans.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

Authors and Affiliations

  • Benedikt Jeßing

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