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Heinrich Heine pp 119-149 | Cite as

In der Matratzengruft 1848–1856

  • Jeffrey L. Sammons
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Es sieht wie eine grausame Ironie des Schicksals aus, daß Heines körperlicher Zusammenbruch fast gleichzeitig mit der Revolution von 1848 erfolgte. Als die Revolution im Februar ausbrach, war Heine schon schwer gelähmt und lag zeitweilig im Krankenhaus. Im Mai wurde er endgültig paralysiert und in seine »Matratzengruft« verbannt, wie er sein so schmerzenreiches wie langwieriges Lager im Nachwort zum »Romanzero« nannte (B 6/1, S. 180). So schwer dieser Schlag an sich war, bedeutete er doch mehr als eine Katastrophe in seinem physischen Leben. Die ganze Grundlage seines geistigen Wesens — der Sensualismus, die Diesseitigkeit, die Hervorhebung des Erotischen und der Leibesfreuden — stellte sich notgedrungen in ein fragwürdiges Licht. Im selben Nachwort allegorisierte er diese Wandlung durch das wohl fiktive Bild vom Zusammenbruch vor der Venus von Milo im Louvre: »Zu ihren Füßen lag ich lange, und ich weinte so heftig, daß sich dessen ein Stein erbarmen mußte. Auch schaute die Göttin mitleidig auf mich herab, doch zugleich so trostlos, als wollte sie sagen: siehst du denn nicht, daß ich keine Arme habe und also nicht helfen kann?« (B 6/1, S. 184).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1991

Authors and Affiliations

  • Jeffrey L. Sammons

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