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Ästhetik und Poetik

  • Hans Joachim Schrimpf
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Die Beschäftigung mit Fragen der philosophischen Ästhetik und der poetologischen Pragmatik ist bei Moritz nicht erst eine Folge seiner ausgebildeten erfahrungsseelenkundlichen Praxis oder nur das Resultat seiner italienischen Reise und der Begegnung mit Goethe, sondern sie begleitet ihn als bevorzugtes Erkenntnisinteresse seit seinen Anfängen. Grundlage dieser Ästhetik bildet das Theorem des »In sich selbst Vollendeten«: das Schöne des Kunstwerks ist das in sich selbst Vollendete. Die Konsequenz, mit der Moritz diese seine zentrale These, — die sich als polemisches Programm gegen alle Formen der Wirkungsästhetik, besonders gegen die Sulzersche Theorie richtete, — in seinen Schriften vertritt, ist bemerkenswert: sowohl in seiner ästhetischen Hauptschrift und den einschlägigen Abhandlungen zur Kunst und Poetik, wie in der »Prosodie«, der »Götterlehre«, den römischen »Alterthümern«, in der Stilkunde und in den Kunstbeschreibungen und theoretischen Partien seines italienischen Reiseberichts. Schon der früheste kleine Traktat, der an Moses Mendelssohn adressierte und im Titel Batteux’s »Les beaux arts réduits à un même principe« (1746) nachgebildete »Versuch einer Vereinigung aller schönen Künste und Wissenschaften unter dem Begriff des in sich selbst Vollendeten« von 1785 bestimmt das Kunstwerk als autonomes Gebilde, das aus dem Bereich dessen, was Nutzen oder Vergnügen bewirken soll, als ein in sich ruhendes, auf eigenen Gesetzen gegründetes Ganzes ausgegrenzt ist: »Bei der Betrachtung des Schönen aber wälze ich den Zweck aus mir in den Gegenstand selbst zurück: ich betrachte ihn, als etwas, nicht in mir, sondern in sich seihst Vollendetes, das also in sich ein Ganzes ausmacht, und mir um sein seihst willen Vergnügen gewährt« (Schr. 3).

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1980

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  • Hans Joachim Schrimpf

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