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Einleitung: Zur Abgrenzung des Forschungsfeldes

  • Helmuth Widhammer
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Die vorliegende Untersuchung beschränkt sich im wesentlichen auf die Literaturkritik und Literaturtheorie der nachmärzlichen Reaktionsepoche in Deutschland (1848- ca. 1860). Obwohl sich starre chronologische Grenzen nicht ziehen lassen, darf man diesen Zeitraum doch als die Kernphase der realistischen Programmatik bezeichnen. Denn erst nach 1848 spielt sich die Diskussion der wichtigsten Literaturjournale (»Die Grenzboten«, »Deutsches Museum« u. a.) auf den Realismusbegriff ein, der bald zum umkämpften Schlagwort wird. Aber schon gegen 1859/60 hin beruhigt sich die Auseinandersetzung; der Begriff wird verwendet, auch wenn man ihn für noch nicht genügend geklärt hält. Zudem lenkte das Schiller-Gedenkjahr den Blick von der aktuellen Diskussion ab, lenkte ihn stärker als je zuvor auf die klassische Tradition zurück, die, nach einer Phase der Kritik an ihr, nun wieder in ihre Rechte gesetzt wird. In den 1860er und 70er Jahren bedeutet »Realismus« jedenfalls keine literaturpädagogische Doktrin mehr im Kampf mit konkurrierenden Strömungen.

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Literatur

  1. Fritz Martini: Deutsche Literatur im bürgerlichen Realismus 1848–1898, 3. Aufl. Stuttgart 1974. S. bes. das »Nachwort« zu dieser Auflage, das einen Forschungsbericht zur neueren Realismusliteratur bringt, der Martinis älteren »Forschungsbericht zur deutschen Literatur in der Zeit des Realismus« (Stuttgart 1962 = Sonderdruck aus DVjs. 1960) ergänzt.Google Scholar
  2. Richard Brinkmann: Begriffsbestimmung des literarischen Realismus, Darmstadt (Wiss. Buchgesellschaft) 1969. S. darin bes. Brinkmanns Aufsatz »Zum Stand der Diskussion«, S. 480–96.Google Scholar
  3. Hartmut Lange: Die Revolution als Geisterschiff. Massenemanzipation und Kunst, Reinbek bei Hamburg 1973 (= Rowohlts Das neue Buch 36). -Lange beschäftigt sich mit dem Realismus nur peripher, bringt aber aus marxistischer Sicht zum generellen Problem bürgerlicher Literatur weiterführende Erkenntnisse (vgl. bes. die Aufsätze »Ist ein neuer Realismus fällig?«, »Massenemanzipation und Kunst«, »Über ›Hegels Ästhetik‹ von Lukács«).Google Scholar
  4. Walter Müller-Seidel: Theodor Fontane. Soziale Romankunst in Deutschland, Stuttgart 1975.Google Scholar
  5. Walter Müller-Seidel: Über die Literatur des poetischen Realismus in Deutschland informiert der gleichzeitig in der ›Sammlung Metzler‹ erscheinende Band von Hugo Aust: Literatur des Realismus, Stuttgart 1977 (M 157).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1977

Authors and Affiliations

  • Helmuth Widhammer

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