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Allgemeine Fragen I: Geist, Stil, Form

  • C. Soeteman
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

„Die (in diesen uns heute so schwer zugänglichen Dichtungen) ausgesprochenen Gedanken gehören in den weiten Raum des mittelalterlichen Denkens, und sie können, wie ich glaube, in ihren Bezügen, in ihrer Traditionsgebundenheit, in ihrer Eigenart und Bedeutung und in ihrer geistesgeschichtlichen Stellung nur verstanden und gewertet werden, wenn man sie in diesen weiten Raum hineinstellt. Dann treten sie aus ihrer deutschsprachig-dichterischen Isolierung heraus, und der Interpret gerät auch nicht so sehr in Gefahr, Gängiges und Übliches als Neues, ja Einmaliges zu sehen. Mir schien es deshalb nötig, die lateinische Literatur und Dichtung der Väterzeit bis ins 12. Jh. in weitestem Umfang als Interpretationshilfe heranzuziehen” (RUPP »Deutsche religiöse Dichtungen«, S. VIIf.). Es verbindet dieses Verfahren also die Einordnung der deutschen Dichtungen in das theologische Schrifttum des Mittelalters mit der Interpretation der einzelnen Denkmäler. „Die lateinischen Belege dienen also nicht als Quellenbelege (…), sie sollen nur eben diesen Lebensraum der Dichtungen abstecken helfen.” Auch in dem Sinne, d.h. über die daselbst vorgelegten Interpretationen hinaus, ist Rupps Buch in das Studium dieser Literatur einzubeziehen.

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  • C. Soeteman

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