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Cluny?

  • C. Soeteman
Chapter
Part of the Sammlung Metzler book series (SAME)

Zusammenfassung

Noch vor wenigen Jahrzehnten hätte dieser Band am zweckmäßigsten und dem Sprachgebrauch entsprechend die Bezeichnung ,Cluniazensische Dichtung’ im Titel geführt, und wenn dieser gar auf sie beschränkt geblieben wäre, hätte jedermann gewußt, was mit dem kurzen und einprägsamen Titel gemeint sei. Er war in etwa gleichbedeutend mit der aus der Sprachgeschichte entlehnten Bezeichnung ,Frühmittelhochdeutsche Dichtung’, hatte aber vor dieser zunächst grundsätzlich voraus, daß er auf den Gehalt der Dichtung statt auf den in deren Texten geltenden Stand der Grammatik oder Phonetik zielte. Übrigens deckten sich die beiden Artbestimmungen ,clunia-zensisch’ und ,frühmittelhochdeutsch’ auch als Periodenbezeichnung nicht ganz. Zwar konnte nicht in Bezug auf ihren literarhistorisch wie sprachgeschichtlich fixierten Anfang (drei bis vier Jahrzehnte nach dem Tode Notkers III. von St. Gallen, 1022) Unsicherheit herrschen1, wohl aber schienen am anderen Ende der etwa ein Jahrhundert umspannenden Periode (also um die Mitte des 12.Jhs) gewisse Denkmäler, die sprachlich weiterhin als ,frühmittelhochdeutsch’ zu gelten hatten, sich stofflich und gehaltlich aus dem Zusammenhang mit dem klösterlichen ,Cluny’-Geist zu emanzipieren; solche nämlich — ›Vorauer Alexander‹, ›Rolandslied‹, ›Kaiserchronik‹ —, in denen der Geist der weltlichen Literatur der mittelhochdeutschen Blütezeit sich anbahnte.

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  • C. Soeteman

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