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Im Schatten Wagners

Aporien und Auswege der nachwagnerschen Opernentwicklung
  • Jens Malte Fischer
Chapter

Zusammenfassung

Im Januar 1920 glaubte der Musikkritiker der »Frankfurter Zeitung« Paul Bekker — nebenbei gesagt der intelligenteste und interessanteste Musikkritiker und Musik-Schriftsteller der Weimarer Republik, später Intendant in Wiesbaden und Kassel, dann in der Emigration in New York gestorben — eine Entdeckung gemacht zu haben. Anläßlich der Premiere eines neuen Opernwerkes schrieb er in seiner Zeitung folgendes: »Wenn die Zeichen nicht trügen, ist die Opernliteratur um ein Werk reicher, das nicht nur als starker äußerer Erfolg zu buchen, sondern darüber hinaus als gattungsbestimmend anzusehen ist. Der Weg fort von der kultmäßigen Auffassung des Musikdramas im Sinne Wagners, zurück zur Oper mit ihrem Rausch von Musik und Sinnenfreude, mit all ihrer logischen Unwirklichkeit, der spielerischen Phantastik ihres Geschehens, der Freude am bunten Wechsel der Bilder, des Verlaufs auf rein gefühlsmäßig musikalischem Boden, dieser Weg, den die Italiener, die Jungfranzosen, d’Albert, zuletzt Richard Strauss zu bahnen versucht haben — er ist gefunden. Nicht wie bei den Italienern und d’Albert durch Hereinziehung sensationeller Theatralik, nicht wie bei Strauss-Hofmannsthal durch literarische-ästhetisierende Spekulation. Gefunden vielmehr ausschließlich aus einer musikalisch wie bühnensinnlich gleich starken schöpferischen Kraft, der es gegeben war, alle Anregungen und tastenden Versuche dieser Zeit mit genialem Zugriff zusammenzufassen, aus ihnen ein eigenes dramatisches Gebilde von ursprünglicher Persönlichkeitsprägung zu gestalten.

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Literaturhinweise

  1. Arthur Seidl, Die Wagner-Nachfolge im Musik-Drama, Berlin/Leipzig 1902.Google Scholar
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  5. Annegret Fauser/Manuela Schwartz (Hrsg.), Von Wagner zum Wagnérisme, Leipzig 1999.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  • Jens Malte Fischer

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