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»… volkstümlich nach Form und Inhalt …«

Überlegungen zur russisch-sowjetischen Oper
  • Dorothea Redepenning
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Zusammenfassung

In seiner Oper Leben mit einem Idioten (1992) läßt Alfred Schnittke das lyrische Ich einen Gottesnarren suchen, »volkstümlich nach Form und Inhalt«. Diese Worte sind eine Paraphrase von Stalins ebenso berühmter wie verschwommener Formulierung »national in der Form und sozialistisch im Inhalt«. Er prägte sie 1934 beim ersten Schriftstellerkongreß, bei dem der Sozialistische Realismus als offizielle sowjetische Ästhetik proklamiert wurde. Volkstümlichkeit, Nationalcharakter, Verkündung sozialistischer Ideen beziehungsweise Bekenntnis zum Sozialismus sind die zentralen Charakteristika der sowjetischen Oper; sie zeigen sich bereits in den zwanziger Jahren und wirken strenggenommen nach bis in die Gegenwart. Unter diesem speziellen Aspekt sollen im folgenden Grundzüge der sowjetischen Oper in vier unterschiedlich gewichteten Abschnitten dargestellt werden. Die Kriterien Volkstümlichkeit beziehungsweise Volksverbundenheit, nationaler Charakter und Huldigung sozialistischer Ideen gelten auch für die sogenannten »nationalen Schulen«, die in sowjetischer Zeit in den nicht russischen Republiken systematisch und meist unter Mißachtung der lokalen Musiktraditionen aufgebaut wurden; dies ist ein eigener Bereich, der in diesem Zusammenhang nicht behandelt wird.

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Literaturhinweise

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2000

Authors and Affiliations

  • Dorothea Redepenning

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