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Querelles pp 118-130 | Cite as

Androgynie und Mode

  • Gertrud Lehnert

Zusammenfassung

Mode ist eine Zeichensprache. Sie kommuniziert das, was jemand sein möchte, ihrer / seiner Umwelt, oft auch das, was sie oder er den Normen der Umwelt gemäß sein sollte. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts galt Mode vorwiegend als Indikator der Standeszugehörigkeit, aber innerhalb des Standesrahmens wurde auch das Geschlecht durch die Kleidung signalisiert. »Geschlecht« ist in unserer Kultur nur im Kontext der Geschlechterdifferenz zu verstehen; Geschlecht meint folglich die Polarität von Weiblichkeit und Männlichkeit. Einem der beiden Pole soll jeder Mensch angehören, und er soll dies durch seine Kleidung unmißverständlich zum Ausdruck bringen. Im 19. Jahrhundert wurde Geschlecht anstelle des Standes zum dominanten Strukturmuster der bürgerlichen Gesellschaft; die Polarität der Geschlechterrollen prägte fortan stärker denn je zuvor Wahrnehmungs- und Denkstrukturen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. hierzu u. a. Butler, Judith: Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity. New York, London 1990.Google Scholar
  2. 2.
    Colette: Le Pur et l’impur (dt.: Diese Freuden. Übers, v. Maria Dessauer). Frankfurt/M. 1983, S. 73Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Lehnert, Gertrud: Wenn Frauen Männerkleider tragen. Geschlecht und Maskerade in Literatur und Geschichte. München 1997, S. 131 ff.Google Scholar
  4. Vgl. ferner Link-Heer, Ursula: Männerliebe — gesehen von Colette. In: Grenzüberschreitungen. Friedenspädagogik, Geschlechter-Diskurs, Literatur — Sprache — Didaktik. Festschrift für Wolfgang Popp zum 60. Geburtstag. Hg. v. Gerhard Härle. Essen 1995, S. 327–338.Google Scholar
  5. 4.
    Vgl. Lipovetsky, Gilles: L’empire de l’éphémère. La mode et son destin dans les sociétés modernes. Paris 1987.Google Scholar
  6. 5.
    Hollander, Anne: Sex and Suits. The Evolution of Modem Dress. New York 1994, S. 8.Google Scholar
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  8. 10.
    Vgl. hierzu Aurnhammer, Achim: Androgynie. Studien zu einem Motiv in der europäischen Literatur. Köln, Wien 1986.Google Scholar
  9. 11.
    Vgl. hierzu Laqueur, Thomas: Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud. Frankfurt/M., New York 1992.Google Scholar
  10. 12.
    Vgl. Foucault, Michel: Das wahre Geschlecht. In: Wolfgang Schaffner / Joseph Vogl (Hg.): Über Hermaphrodismus. Der Fall Barbin. Michel Foucault. Frankfurt/M. 1998, S. 7–18.Google Scholar
  11. 13.
    Vgl. Hirschauer, Stefan: Die Konstruktion der Transsexualität. Über die Medizin und den Geschlechtswechsel. Frankfurt/M. 1993.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Gertrud Lehnert

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