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Querelles pp 35-54 | Cite as

Die melancholische (Un-)Ordnung der Geschlechter in der Moderne und die Androgynie-Utopie

  • Julika Funk

Zusammenfassung

Die Androgynie-Forschung hat an wechselndem historischen Material eine Tradition des Androgynie-Motivs und eine zyklisch auftauchende Utopie vom androgynen Menschen ausgemacht, die ein immer noch gültiges Emanzipationsideal, ein Ideal der Unabhängigkeit von traditionellen (Geschlechter-)Rollenkonzepten darstellen soll. In einem 1994 erschienenen Sammelband mit dem Titel Androgyn. »Jeder Mensch in sich ein Paar!?«beschwören die Herausgeber das »Comeback eines Ideals geschlechtlicher Identität «.1 Auch wenn sie es dahin gestellt sein lassen, ob »hinter dem Gebrauch desselben Wortes immer auch dieselbe Sache«2 steckt, erheben sie Androgynie zu einem wenn auch strittigen, so doch wegweisenden »Leitbild«.3 Was aber ist Androgynie, was kann Androgynie überhaupt heißen, oder wofür steht Androgynie?

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Anmerkungen

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  • Julika Funk

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