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Querelles pp 226-231 | Cite as

Auszüge aus: Magnus Hirschfeld: Sexuelle Zwischenstufen. Das männliche Weib und der weibliche Mann

Bonn 1918, Kapitel II: Androgynie, S. 93–133
  • Ulla Bock
  • Dorothee Alfermann

Zusammenfassung

Wenn wir uns die aus dem Altertum übernommenen bildlichen Darstellungen von Hermaphroditen betrachten, deren fast jedes Antikenmuseum eines oder mehrere besitzt, so werden wir bald gewahr, daß dasjenige, was die Alten als Hermaphroditismus bezeichneten, keineswegs mit dem übereinstimmt, was wir darunter verstehen. Kaum eines werden wir unter diesen zahlreichen Bildwerken finden, dessen Geschlechtsorgane zwitterhaft gebildet sind, vielmehr zeigen alle antiken Hermaphroditen männliche, wenn auch oft auffallend kleine Genitalien. Neben diesen findet sich dann, und erschien offenbar den Alten als das Wesentliche, ein weiblicher Körperbau, vor allem sind stets weibliche Brüste vorhanden, außerdem sind fast immer Gesichtsausdruck und Haarschmuck, Beckenbildung und Körperhaltung weiblich. Die griechisch-römische Überlieferung legte Wert darauf zu betonen, daß diese Hermaphroditen keine Phantasieprodukte des Künstlers, sondern dem Leben nachgebildete Menschen seien, beispielsweise wird von den berühmten Bildsäulen des Hermaphroditen in Rom, die Poliklet verfertigte, ausdrücklich vermerkt, daß sie genau der Natur nachgemeißelt seien.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Hirschfeld, Magnus: Geschlechtsübergänge. Mischungen männlicher und weiblicher Geschlectscharaktere (Sexualle Zwischenstufen). Leipzig 1905, zit. nach 2. Aufl. 1913, S. 3.Google Scholar
  2. 6.
    Tegtmeier, Ralph: Zur Gestalt des Androgyns in der Literatur des Fin de siècle. In: Androgyn. Sehnsucht nach Vollkommenheit. Ausstellungskatalog. Neuer Berliner Kunstverein. Kunstverein Hannover 1987, S. 113–120Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Ulla Bock
  • Dorothee Alfermann

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