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Querelles pp 11-34 | Cite as

Androgynie in der Diskussion: Auflösung der Geschlechterrollengrenzen oder Verschwinden der Geschlechter? — Eine Einleitung

  • Ulla Bock
  • Dorothee Alfermann

Zusammenfassung

Am Ende des 20. Jahrhunderts ein Jahrbuch für Frauenforschung dem Thema Androgynie zu widmen, ist ebenso riskant wie reizvoll. Riskant deswegen, weil für einen nicht geringen Teil der feministisch orientierten Wissenschaftlerinnen ausgemacht zu sein scheint, daß Androgynie eine längst überholte Vorstellung ist, in der das traditionelle Verständnis von »Weiblichkeit« und »Männlichkeit« weitgehend bewahrt bleibt. In zahlreichen sozialwissenschaftlichen und literaturwissenschaftlichen Studien der letzten Jahre ist zu Recht gezeigt worden, daß mit der Figur des Androgynen häufig eine recht fadenscheinige Maske geschaffen wurde, hinter der sich die altbekannten Geschlechterpolaritäten verbargen.1 Wäre es folglich nicht nur konsequent, den Begriff der Androgynie endlich ad acta zu legen?

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Anmerkungen

  1. Wolff, Charlotte: Bisexuality. A Study. London 1977 (Dt.: Bisexualität. Frankfurt/M. 1988, S. 252); siehe auch die neuere Studie von Schmitz 1996.Google Scholar
  2. Siehe hierzu: Bischof, Norbert: Biologie als Schicksal? Zur Naturgeschichte der Geschlechtsrollendifferenzierung. In: Geschlechtsunterschiede: Mann und Frau in biologischer Sicht. Hg. von Norbert Bischof und Holger Preuschoft. München 1980, S. 25–42, Fausto-Sterling 1985, Tyrell 1986 und Christiansen 1995.Google Scholar
  3. Siehe dazu: Freud, Sigmund: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie (1905). Studienausgabe Bd. V. Frankfurt/M. 1982; insbes. S. 53 ff.Google Scholar
  4. Vgl. Weininger, Otto: Geschlecht und Charakter. Wien 1903.Google Scholar
  5. Vgl. Gorsen, Peter: Frauen und Frauenbilder in der Kunstgeschichte. In: Frauen in der Kunst 1980, S. 148 (Anm. 4).Google Scholar
  6. Siehe Alfermann, Dorothée / Stiller, Jeannine: Maskulinität und Femininität. Ergebnisse einer Strukturgleichungsanalyse. Unveröff. Ms. 1998.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

Authors and Affiliations

  • Ulla Bock
  • Dorothee Alfermann

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