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Fazit: Bewältigung von Naturkatastrophen in der Antike

  • Holger Sonnabend
Chapter

Zusammenfassung

Die Mittelmeerwelt gehört zu den seismisch aktivsten Regionen der Erde. Wie in der Gegenwart, so waren auch für die Menschen der Antike Naturkatastrophen daher fast eine gewohnte Erscheinung. Erdbeben vor allem, aber auch Vulkan-Ausbrüche, Überschwemmungen und andere Katastrophen forderten unzählige Todesopfer, zerstörten Städte, verwüsteten Landschaften. Auf die Extremsituation reagierte man mit Angst, Furcht, Schrecken, Panik, Verzweiflung, Konfusion — also mit dem ganzen Spektrum jener emotionalen und psychischen Elemente, die man auch heute bei direkt Betroffenen beobachten kann. Und doch gibt es so etwas wie eine Botschaft der Antike für die Gegenwart: Man steht der Katastrophe nicht hilflos gegenüber, es gibt Mittel und Wege, sich mit ihr zu arrangieren, sie in den Griff zu bekommen, ihr zu trotzen. Insgesamt läßt sich ein Strategie-Paket mit acht Rezepten verschiedener Art ausmachen. So kam die Antike mit Katastrophen zurecht, und manches davon mag auch der modernen Hazard-Forschung als Anregung dienen:
  1. 1.

    Praktische Hilfe: Wer in der Antike von einer Naturkatastrophe betroffen wurde, blieb in seinem Unglück selten allein — es sei denn, man lebte in einer Zeit weitgehender politischer Isolation (klassisches Griechenland), oder die Eifersüchteleien der politischen Elite blockierten entsprechende Hilfestellungen (römische Republik). Die politisch Verantwortlichen, insbesondere die Monarchen der hellenistischen und der römischen Zeit, geizten (wenn auch aus eigennützigen Motiven) nicht mit Unterstützung vielfältiger Art: Geldspenden, Befreiung von Steuern, Entsendung von qualifiziertem Fachpersonal und Bauarbeitern gehörten zum üblichen Instrumentarium der Katastrophen-Nachsorge. Naturkatastrophen schufen eine zwischenstaatliche Solidarität, indem Städte, die sich, auf weiche Weise auch immer, miteinander verbunden fühlten, im Notfall beistanden. Vorteilhaft war auch das persönliche Engagement reicher Bürger.

     

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1999

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  • Holger Sonnabend

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