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Die Passion pp 112-117 | Cite as

Die Passionskomposition nach Bachs Tod und die Verabschiedung des Passionsgesangs aus dem protestantischen Gottesdienst

  • Kurt von Fischer
Chapter

Zusammenfassung

Die noch durchaus als liturgische Feier verstandene Leipziger Aufführung von Bachs Johannespassion am Karfreitag 1749 war nicht nur zu Lebzeiten des Komponisten, sondern auf achtzig Jahre hinaus überhaupt die letzte Aufführung einer Passion des großen Thomaskantors, bis dann, unter völlig anderen Bedingungen, am 11. März 1829 die allerdings stark gekürzte Matthäuspassion unter der Leitung Felix Mendelssohn Bartholdys in Berlin von neuem erklang. Schon 1766 hatten die Kirchenbehörden in Leipzig verfügt, daß der liturgische Vortrag einer Passion nur noch als Lesung zu erfolgen habe, während sich die Gemeinde mit dem Singen von Passionsliedern am Gottesdienst beteiligen sollte. Wenn sich auch der musikalische Vortrag der Passionslektionen in anderen Städten — und nicht nur in Hamburg — noch einige Jahre länger hielt und deshalb Passionen von Kantoren wie z.B. dem Bach-Schüler Gottfried August Homilius in Dresden vertont wurden, so verschwand jedenfalls mit der Jahrhundertwende die Passion als musikalische Gattung mit ganz wenigen Ausnahmen aus dem protestantischen Gottesdienst. Anders im katholischen Raum, wo die über Jahrhunderte tradierte responsorial-lateinische Passion ihren festen Platz in den Karwochenmessen ungebrochen bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1960–1965) behielt, wobei das kompositorische Interesse an den meist bescheidenen Turbasätzen nicht eben groß war.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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  • Kurt von Fischer

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