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Individualität versus Totalität, Leben versus Tod. Hölderlins Roman Hyperion oder der Eremit in Griechenland

  • Helmut Hühn
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Zusammenfassung

Der Versuch, die Entwicklung von Hölderlins Erinnerungsdenken herauszuarbeiten, setzt mit einer Betrachtung des Romans Hyperion ein. Zu diesem Ausgangspunkt gibt es zweifellos gut begründbare Alternativen. Eine entwicklungsgeschichtliche Untersuchung mit stark archäologischer Ausrichtung könnte etwa schon ansetzen bei dem Gedicht Das Erinnern (StA I, 8), das auf das Jahr 1785 datiert wird1 und wohl als frühestes Zeugnis für die Relevanz der Erinnerungsthematik im Werk Hölderlins gelten kann. Hyperion oder der Eremit in Griechenland, der »Erinnerungsroman«, mit dem Hölderlin auch nach eigener Einschätzung Neuland betrat, in die »terra incognita« (vgl. StA VI, Nr. 60, 87) der Romangattung vorstieß, bietet sich vor allem deshalb an, weil hier über den poetisch dargestellten Bewußtseinsprozeß des Protagonisten, die Kunstform des Romans und die Problemkonstellation, die er ausbildet, eine eigenständige Erinnerungskonzeption zu rekonstruieren ist, die Erinnerungsmotive der Frühzeit aufnimmt und integriert. Die explizite Erinnerungstheorie, wie sie in der ersten Homburger Periode entfaltet wird, ruht auf dem impliziten Erinnerungsverständnis des Romans auf. Es gibt, wie Norbert von Hellingrath herausgestellt hat, »kaum ein Motiv seiner (sc. Hölderlins) früheren Dichtung, das nicht im Hyperion erst seine wahre Form fände, kaum eines der späteren, das nicht vorgebildet wäre.«2 In umgekehrter Blickrichtung muß herausgestellt werden, daß die heutzutage gerne unterschätzte Frühdichtung Denkfiguren und Denkformen bereitstellt, die auch Hölderlins Arbeit am Roman vorantreiben.

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Notizen

  1. 1.
    Vgl. Helmut Bachmaier: Hölderlins Erinnerungsbegriff in der Homburger Zeit, in: Homburg v. d. Höhe in der deutschen Geistesgeschichte, hg. Ch. Jamme, O. Pöggeler (Stuttgart 1981) 137f.Google Scholar
  2. 2.
    Friedrich Hölderlin: Sämtl. Werke Bd. 2. Hist.-krit. Ausgabe durch N. v. Hellingrath, fortgeführt durch F. Seebaß und L. v. Pigenot (München, Leipzig 1913) IXf (Vorrede).Google Scholar
  3. 3.
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  4. vgl. David H. Miles: The Past as Future: Pfad and Bahn as Images of Temporal Conflict in Hölderlin, in: Germanic Review 46 (1971) 95–118.CrossRefGoogle Scholar
  5. 5.
    Vgl. Elisabeth Stoelzel: Hölderlin in Tübingen und die Anfänge seines Hyperion. Diss. (Kiel 1938);Google Scholar
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  7. 7.
    Cyrus Hamlin: The Poetics of Self-Consciousness in European Romanticism: Hölderlins Hyperion and Wordsworth’s Prelude, in: Genre 6 (1973) 145.Google Scholar
  8. 8.
    Lawrence Ryan: Hölderlins »Hyperion«. Exzentrische Bahn und Dichterberuf (Stuttgart 1965);Google Scholar
  9. Friedbert Aspetsberger: Welteinheit und epische Gestaltung. Studien zur Ichform von Hölderlins Roman »Hyperion« (München 1971);Google Scholar
  10. vgl. zur Struktur des Romans auch Michael Knaupp: Die raum-zeitliche Struktur des Hyperion, in: Le pauvre Holterling. Blätter zur Frankfurter Ausgabe 8 (1988) 13–15;Google Scholar
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  12. zum Verhältnis und zur Auseinandersetzung Hölderlins mit literarischen Vorbildern und zur »philosophischen Vorbereitung« des Romanprojektes vgl. Ulrich Gaier: Hölderlin. Eine Einführung (Tübingen, Basel 1993) 57–78.Google Scholar
  13. 10.
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  14. 11.
    Vgl. Dieter Henrich: Der Grund im Bewußtsein. Untersuchungen zu Hölderlins Denken (1794–1795) (Stuttgart 1992) 217f.Google Scholar
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  17. 15.
    Wilhelm Heinse: Ardinghello und die glückseligen Inseln (1787). Krit. Studienausgabe, hg. M. L. Baeumer (Stuttgart 1975) 268.Google Scholar
  18. 17.
    Zur Unterscheidung zwischen Leben als Unendlichem und Leben als Begrenztem in der griechischen Sprache vgl. Karl Kerényi: Dionysos. Urbild des unzerstörbaren Lebens (München, Wien 1976) 13–18.Google Scholar
  19. 18.
    Zur »exzentrischen Bahn« und ihren Deutungen vgl. den Forschungsüberblick bei Friedrich Strack: Ästhetik und Freiheit. Hölderlins Idee von Schönheit, Sittlichkeit und Geschichte in der Frühzeit (Tübingen 1976) 179ff;CrossRefGoogle Scholar
  20. Michael Franz: Das System und seine Entropie. »Welt« als philosophisches und theologisches Problem in den Schriften Friedrich Hölderlins. Diss. (Saarbrücken 1982) 147–151Google Scholar
  21. Margarethe Wegenast: Hölderlins Spinoza-Rezeption und ihre Bedeutung für die Konzeption des »Hyperion« (Tübingen 1990) 94ff.CrossRefGoogle Scholar
  22. 19.
    Vgl. zur philosophischen Problemkonstellation der »Vereinigungsphilosophie« am Ende des 18. Jh. Dieter Henrich: Hegel und Hölderlin, in: Hegel im Kontext (Ff/M31981) 12–22;Google Scholar
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  24. 21.
    Vgl. Gotthold Ephraim Lessing: Sämtliche Schriften Bd. 22, hg. K. Lachmann. Dritte, aufs neue durchgesehene und vermehrte Auflage, besorgt durch F. Muncker (Berlin, Leipzig 1915) IX (Vorrede).Google Scholar
  25. 22.
    Vgl. Tilman Heisterhagen: Ganzheit — Einheit — Differenz. Systematische Rekonstruktion im Blick auf das Spätwerk Hölderlins, mss. Staatsexamensarbeit (Göttingen 1986) 22.Google Scholar
  26. 23.
    Vgl. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Philosophische Briefe über Dogmatismus und Kriticismus (1795). Sämmtliche Werke 1/1, hg. K. F. A. Schelling (Stuttgart, Augsburg 1856) 325: »Wir erwachen aus der intellektualen Anschauung wie aus dem Zustande des Todes. Wir erwachen durch Reflexion, d.h. durch abgenöthigte Rückkehr zu uns selbst.«Google Scholar
  27. 24.
    Es lohnte sich, Gemeinsamkeiten und Differenzen der Hölderlinschen Konzeption der »exzentrischen Bahn« und des Plessnerschen Begriffes der »exzentrischen Positionalität« zu untersuchen, vgl. Helmuth Plessner: Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie (Berlin, New York 31975) 288ff.CrossRefGoogle Scholar
  28. 25.
    Vgl. Alexander Demandt: Metaphern für Geschichte. Sprachbilder und Gleichnisse im historisch-politischen Denken (München 1978).Google Scholar
  29. 30.
    Dies verneint Hans-Gero Boehm: Das Todesproblem bei Hegel und Hölderlin. Diss. (Marburg 1932) 22;Google Scholar
  30. Pierre Bertaux: Friedrich Hölderlin (Ff/M 1981) 671 hat darauf aufmerksam gemacht, »daß an fast allen Stellen des Romans das Leitmotiv des Todes anklingt«, vgl. 669–677.Google Scholar
  31. 32.
    Ludwig Strauß: Das Problem der Gemeinschaft in Hölderlins »Hyperion« (Leipzig 1933) 38.Google Scholar
  32. 37.
    Jean-Jacques Rousseau: Les rêveries du promeneur solitaire, in: Œuvres complètes 1, hg. B. Gagnebin, M. Raymond (Paris 1959) 999, vgl. 995;Google Scholar
  33. vgl. auch Jürgen Link: »Traurender Halbgott, den ich meine!« Hölderlin und Rousseau, in: LiLi 63 (1986) 93.Google Scholar
  34. 38.
    Karl Marx: Zur Kritik der Hegeischen Rechtsphilosophie (1843/44), in: Marx/Engels: Werke 1 (Berlin 1969) 378: »Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät.«Google Scholar
  35. 39.
    Heraklit: Fr. Β 54, in: H. Diels/W. Kranz (Hg.): Die Fragmente der Vorsokratiker I, griechisch und deutsch (Berlin 81956) 162.Google Scholar
  36. 40.
    Vgl. Wilhelm Dilthey: Friedrich Hölderlin, in: Das Erlebnis und die Dichtung (Leipzig 1988) 324.Google Scholar
  37. 42.
    Reinhard Breymayer: Zu Friedrich Christoph Oetingers emblematischer Musiktheorie, in: Blätter für württembergische Kirchengeschichte (=BWKG) 76 (1976) 130–175, bes. 175.Google Scholar
  38. 43.
    Vgl. Herbert Henck: Kabbalistische Musiktheorie. Zwei unbekannte musiktheoretische Schriften von J. L. Fricker, in: BWKG 76 (1976) 176–183.Google Scholar
  39. 48.
    Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Einleitung zur Verfassungsschrift ( 1799/1800), in: Werke 1, hg. E. Moldenhauer, K.M. Michel (Ff/M 1971) 457.Google Scholar
  40. 49.
    Die Begriffsmomente der »idealischen Auflösung« als Interpretamente für die Auslegung des Romans zu benutzen, wie Gerhard Buhr: Hölderlins Mythenbegriff. Eine Untersuchung zu den Fragmenten »Über Religion« und »Das Werden im Vergehen« (Ff/M 1972) 108ff dies tut, ist in entwicklungsgeschichtlicher Perspektive höchst problematisch. Ein solches Verfahren reißt die Begriffe nicht nur aus ihrem Zusammenhang und nivelliert die Differenzen zwischen den Texten. Es erzeugt den Schein, daß sich das Kunstwerk Hyperion an einer Theorie ausrichtet, die noch gar nicht existierte, als es produziert wurde. Schon eher legitimieren ließe sich der entwicklungsgeschichtliche Rückgriff, der anhand des Romans von Hyperion die Genese der Erinnerungstheorie bedenkt, die im Entwurf Das untergehende Vaterland… Gestalt gewinnt.Google Scholar
  41. Martin Heidegger kommentiert in seiner Abhandlung: Die Negativität. Eine Auseinandersetzung mit Hegel aus dem Ansatz in der Negativität (1938/39, 1941), in: Gesamtausgabe, III. Abt., Bd. 68, hg. I. Schüßler (Ff/M 1993) 24: »(Aber mit diesem ›Tod‹ kann es gar nie ernst werden;Google Scholar
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    Vgl. Walther Killy: Hölderlin an Diotima. Das Widmungsexemplar, in: HJb 4 (1950) 98–107.Google Scholar
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    Vgl. Sören Kierkegaard: Philosophische Brocken (1844). Gesammelte Werke, 10. Abteilung, hg. E. Hirsch, H. Gerdes (Gütersloh 1981) 82.Google Scholar
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    Vgl. Cyrus Hamlin: »Schönheit als Erscheinung«: Schiller and Hölderlin between Kant and Hegel, in: Hegel und die »Kritik der Urteilskraft«, hg. Η. F. Fulda, R.-P. Horstmann (Stuttgart 1990) 25ff.Google Scholar
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    Vgl. Lawrence Ryan: Hölderlins ›Hyperion‹: ein ›romantischen Roman?, in: Über Hölderlin. Aufsätze, hg. J. Schmidt (Ff/M 1970) 200.Google Scholar
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    Vgl. Renate Böschenstein-Schäfer: Die Stimme der Muse in Hölderlins Gedichten, in: HJb 24 (1984/85) 87–91.Google Scholar
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    Das verkennt Marlies Janz, die zurecht das Moment des »Skandalons« im Tod der Diotima wahrnimmt: Hölderlins Flamme — Zur Bildwerdung der Frau im ›Hyperion‹, in: HJb 22 (1980/81) 122. 140.Google Scholar
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    Vgl. Michael Theunissen, der die Figur der Auflösung des Todes ins Leben in der modernen deutschen Philosophie beobachtet: Die Gegenwart des Todes im Leben, in: Negative Theologie der Zeit (Ff/M 1991) 198f.Google Scholar
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    Vgl. Georg Picht: Die Epiphanie der ewigen Gegenwart. Wahrheit, Sein und Erscheinung bei Parmenides, in: Wahrheit, Vernunft, Verantwortung. Philosophische Studien (Stuttgart 1969) 43f.Google Scholar
  51. Robin B. Harrison: Hölderlin and Greek Literature (Oxford 1975) 78.Google Scholar
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    Günther Patzig: Platon, in: Klassiker des philosophischen Denkens 1, hg. N. Hoerster (München 1982) 38.Google Scholar
  53. zu Sophokles’ Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Todes vgl. Ernst Vogt: Der späte Sophokles. Mythos, Landschaft, Tod, in: Bayerische Akademie der Wissenschaften. Jahrbuch 1994 (München 1995) bes. 100–107.Google Scholar
  54. 74.
    Vgl. das berühmte Wort des Alkmaion: Fr. Β 2, in: Diels/Kranz, a.O. (39) 215: »Die Menschen vergehen darum, weil sie nicht die Kraft haben, den Anfang an das Ende anzuknüpfen.« Zur vorsokratischen Betrachtungsweise des Todes als einer Rückkehr in den Ursprung vgl. Matthias Baltes: Die Todesproblematik in der griechischen Philosophie, in: Gymnasium 95 (1988) bes. 100–104.Google Scholar
  55. 79.
    Zum Wort »fassen« bei Hölderlin vgl. Bernhard Böschenstein: Hölderlins Rheinhymne (Zürich 1968) 10.Google Scholar
  56. 84.
    Walter Silz: Hölderlin’s Hyperion. A Critical Reading (Philadelphia 1969) 85.Google Scholar
  57. 86.
    Mark William Roche: Dynamic Stillness. Philosophical Conceptions of ›Ruhe‹ in Schiller, Büchner and Heine (Tübingen 1987) 89: »Far from being an anomalous letter, the Scheltrede ist the climax of the novel.« Vgl. 80ff.Google Scholar
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    Christoph Jamme: »Ein ungelehrtes Buch«. Die philosophische Gemeinschaft zwischen Hölderlin und Hegel (1797–1800) (Bonn 1983) 221;Google Scholar
  59. das Hegel-Wort ist zitiert nach: Karl Rosenkranz: Georg Wilhelm Friedrich Hegel’s Leben (Berlin 1844) 518f.Google Scholar
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    Vgl. Klaus Düsing: Ästhetischer Platonismus bei Hölderlin und Hegel, in: Homburg vor der Höhe in der deutschen Geistesgeschichte, hg. Ch. Jamme, O. Pöggeler (Stuttgart 1981) 101–117.Google Scholar
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    Werner Beierwaltes: Marsilio Ficinos Theorie des Schönen im Kontext des Platonismus (Heidelberg 1980) 10.Google Scholar
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    Vgl. Jürgen Söring: Der poetische Zeit-Raum in Hölderlins ›Archipelagus‹, in: Turm-Vorträge 1986/87. Hölderlin und die Griechen, hg. V. Lawitschka (Tübingen 1988) 104 mit Anm. 24.Google Scholar
  63. vgl. Jürgen Link: »Hyperion« als Nationalepos in Prosa, in: HJb 16 (1969/70) 193.Google Scholar
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    Georg Lukács: Hölderlins Hyperion (1934), in: Werke Bd. 7: Deutsche Literatur in zwei Jahrhunderten (Neuwied, Berlin 1964) 178;Google Scholar
  65. vgl. Renate Böschenstein-Schäfer: Rezension von: Gregor Thurmair: Einfalt und einfaches Leben. Der Motivbereich des Idyllischen im Werk Friedrich Hölderlins, in: HJb 22 (1980/81) 394f.Google Scholar
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    Friedrich Schiller: Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, in: Schillers Werke. Nationalausgabe Bd. 20, hg. L. Blumenthal, B. v. Wiese (Weimar 1962) 333.Google Scholar
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    Georg Picht: Kunst und Mythos (Stuttgart 31990) 65.Google Scholar
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    Adolf Beck: Hölderlins Weg zu Deutschland. Fragmente und Thesen (Stuttgart 1982) 71–103.Google Scholar
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    Vgl. etwa den Kommentar zum Hyperion, in: Friedrich Hölderlin: Sämtliche Werke und Briefe 2, hg. J. Schmidt (Ff/M 1994) 1068f;Google Scholar
  70. zur Zeitdiagnostik Hegels und Fichtes Manfred Engel: Der Roman der Goethezeit Bd. 1. Anfänge in Klassik und Frühromantik: Transzendentale Geschichten (Stuttgart 1993) 79ff.Google Scholar
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    Bruno Liebrucks: Sprache und Bewußtsein Bd. 7: »Und«. Die Sprache Hölderlins in der Spannweite von Mythos und Logos, Realität und Wirklichkeit (Ff/M, New York, Las Vegas 1979) 390.Google Scholar
  72. 117.
    Zu den psychoanalytischen Begriffen der »Trauerarbeit« und der »Erinnerungsarbeit« vgl. Paula Heimann: Bemerkungen zum Arbeitsbegriff in der Psychoanalyse, in: Psyche 20 (1966) 321–361, bes. 328–330.Google Scholar
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    Vgl. Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Die Weltalter (1811). Hg. M. Schröter (München 1946) 119: »Der Mensch, der sich nicht scheiden kann von sich selbst, sich lossagen kann von allem, was ihm geworden, und ihm sich tätig entgegensetzen, hat keine Vergangenheit.« Vgl. auch Michael Theunissen: Melancholisches Leiden unter der Herrschaft der Zeit, a. O. (64) 251–262.Google Scholar
  74. 119.
    Vgl. Norbert Miller: Der empfindsame Erzähler: Untersuchungen an Romananfängen des 18. Jahrhunderts (München 1968) 390, Anm. 44;Google Scholar
  75. zur »therapeutischen Funktion des Erzählens« vgl. Brigitte Haberer: Sprechen, Schweigen, Schauen: Rede und Blick in Hölderlins »Der Tod des Empedokles« und »Hyperion« (Bonn 1991) 271–284.Google Scholar
  76. 124.
    Im Sinne des literarisch erinnerten Ortes gebraucht Anke Bennholdt-Thomsen den Begriff: Die Bedeutung des Ortes für das literarische Geschichtsbewußtsein, in: Geschichte als Literatur: Formen und Grenzen der Repräsentation von Vergangenheit, hg. H. Eggert (Stuttgart 1990) 128–139.Google Scholar
  77. 126.
    Sophokles: Aias, Verse 520–524. Die Übersetzung von Wolfgang Schadewaldt: Sophokles: Aias. Übertragen von W. Schadewaldt, hg. H. Flashar (Ff/M, Leipzig 1994) 34 lautet : »Soll der Mann / Doch ein Gedächtnis dafür wahren, wenn / Er irgendein Erfreuliches erfuhr. / Denn Holdheit ist’4s, die Holdheit stets gebiert. / Wem aber die Erinnerung zerrint an das, / Was Gutes er erfahren hat: / Der ist nicht mehr ein Mann von rechter Art!«Google Scholar
  78. 127.
    Vgl. Howard Gaskill: »Ich seh’, ich sehe, wie das enden muß«, in: Observations on a Misunderstood Passage in Hölderlins Hyperion, in: MLR 76 (1981) 612–618.Google Scholar
  79. 128.
    Jochen Schmidt: Nachwort, in: Friedrich Hölderlin: Hyperion oder Der Eremit in Griechenland, hg. u. mit einem Nachwort versehen von J. Schmidt (Ff/M 1979) 226.Google Scholar
  80. 130.
    Vgl. Wolfgang Schadewaldt: Die Anfänge der Philosophie bei den Griechen. Die Vorsokratiker und ihre Voraussetzungen, unter Mitwirkung von M. Schadewaldt hg. I. Schudoma (Ff/M 1978) 376ff.Google Scholar
  81. 137.
    Georg Picht: Platons Dialoge »Nomoi« und »Symposion« (Stuttgart 1990) 395.Google Scholar
  82. 143.
    Uvo Hölscher: Hölderlins Umgang mit den Griechen, in: Jenseits des Idealismus. Hölderlins letzte Homburger Jahre (1804–1806), hg. Ch. Jamme, O. Pöggeler (Bonn 1988) 330.Google Scholar
  83. 146.
    Friedrich Wilhelm Joseph Schelling: Stuttgarter Privatvorlesungen (1810), a.O. (23) I/7, 465f.Google Scholar
  84. 148.
    Zur Wirkmächtigkeit der Formel έν καί παν auf Hölderlin und seine Freunde vgl. Hermann Timm: Fallhöhe des Geistes. Das religiöse Denken des jungen Hegel (Ff/M 1979) 29ff.Google Scholar
  85. 149.
    Vgl. Martin Vöhler: Hölderlins Longin-Rezeption, in: HJb 28 (1992/93) 170–172.Google Scholar

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  • Helmut Hühn

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