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Diskussionsbericht

  • Peter Philipp Riedl
  • Michael Kohlhäufl
Chapter
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Part of the Kleist-Jahrbuch book series (KLJA)

Zusammenfassung

Der Begriff der Spätaufklärung und Wedekinds Stellung zur Aristokratie bildeten die zentralen Themen des anschließenden Gesprächs. Gerhard Kurz deutete Wedekinds politische Biographie — zustimmend — weniger als restaurative Wende, sondern eher als generationsspezifisches Phänomen, d.h. als einen für die Spätaufklärung typischen Entwicklungsgang, und deutete auf inhaltliche Parallelen zur konstitutionellen Bewegung bis hin zum Hambacher Schloß. Hans-Jochen Mar-quardt machte demgegenüber auf Analogien zum Frühkonservatismus in Gestalt Adam Müllers und Friedrich Gentz’ aufmerksam. Der Referent plädierte für eine Vermeidung des Begriffs »Spätaufklärung« im Zusammenhang mit verfassungspolitischen Vorstellungen. Zwar sei Wedekind zeitlebens Aufklärer und Anti-Absolutist geblieben, in seiner Konzeption von Aufklärung aber letztlich nicht festzulegen. Wedekind schwanke zu sehr zwischen »konkurrierenden Modellen«, z.B. den Methoden popularphilosophischer Publizistik, Christian Garve vergleichbar, und Kants Unterscheidung zwischen öffentlichem und privatem Gebrauch der Vernunft, als daß man ihn mit dem im Zuge der Liberalismusforschung der Vierhaus-Schule komplexer gewordenen Begriff der Spätaufklärung versehen könne. Gerade über verfassungspolitische Positionen sage dieser Begriff wenig aus. Ein Aufklärer im späten 18. Jahrhundert könne sowohl Anhänger des Absolutismus als auch Demokrat gewesen sein.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Peter Philipp Riedl
  • Michael Kohlhäufl

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