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Wilhelm Traugott Krug und Heinrich von Kleist

  • Hans-Jürgen Becker
Chapter
Part of the Kleist-Jahrbuch book series (KLJA)

Zusammenfassung

In einem Brief an Wilhelmine von Zenge vom Anfang des Jahres 1800 fragt Kleist:

Soll ich die Rechte studieren? — Ach, Wilhelmine, ich hörte letzthin in dem Naturrechte die Frage aufwerfen, ob die Verträge der Liebenden gelten könnten, weil sie in der Leidenschaft geschehen — und was soll ich von einer Wissenschaft halten, die sich den Kopf darüber zerbricht ob es ein Eigentum in der Welt gibt, und die mir daher nur zweifeln lehren würde, ob ich Sie auch wohl jemals mit Recht die Meine nennen darf? Nein, nein, Wilhelmine, nicht die Rechte will ich studieren, nicht die schwankenden ungewissen, zweideutigen Rechte der Vernunft will ich studieren, an die Rechte meines Herzens will ich mich halten, und ausüben will ich sie, was auch alle Systeme der Philosophen dagegen einwenden mögen. (II, S. 503 f.)1

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Notizen

  1. 1.
    Zitiert wird nach Heinrich von Kleist, Sämtliche Werke und Briefe. Hg. von Helmut Sembdner, 2 Bde., 7. Aufl. München 1984.Google Scholar
  2. 5.
    Erste Informationen zum Leben Krugs bieten — außer der in zwei Auflagen 1825 und 1842 erschienenen Autobiographie (vgl. Anm. 3) — Emil Ferdinand Vogel, D. Wilhelm Traugott Krug, in drey vertraulichen Briefen an einen Freund im Auslande biographisch-litterarisch geschildert, Neustadt an der Orla 1844;Google Scholar
  3. Johann Friedrich von Schulte, Die Geschichte der Quellen und Literatur des Canonischen Rechts, Bd. 3, Teil 2, Stuttgart 1880, Nachdr. Graz 1956, S. 184 f.;Google Scholar
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  10. 16.
    Zur Auseinandersetzung mit Hegel vgl. Ludwig Hasler, Gesunder Menschenverstand und Philosophie. Vom systematischen Sinn der Auseinandersetzung Hegels mit Wilhelm Traugott Krug, in: Hegel-Jahrbuch 1977/78, S. 239–248.Google Scholar
  11. 23.
    Wilhelm Traugott Krug, Art. ›Gesetz‹, in: Allgemeines Handwörterbuch der philosophischen Wissenschaften, Bd. 2, 2. Aufl. Leipzig 1833, S. 244.Google Scholar
  12. Vgl. hierzu Diethelm Klippel, Naturrecht und Politik im Deutschland des 19. Jahrhunderts. In: Naturrecht und Politik. Hg. von Karl Graf Ballestrem (Philosophische Schriften, Bd. 8), Berlin 1993, S. 27–48;Google Scholar
  13. ders., Naturrecht und Rechtsphilosophie in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in: Naturrecht — Spätaufklärung — Revolution. Hg. von Otto Dann und Diethelm Klippel (Studien zum achtzehnten Jahrhundert, Bd. 16), Hamburg 1995, S. 270–292;Google Scholar
  14. ders., Vernünftige Gesetzgebung. Die Philosophie der bürgerlichen Gesetzgebung im 19. Jahrhundert. In: Konflikt und Reform. Festschrift für Helmut Berding. Hg. von Winfried Speitkamp und Hans-Peter Ulimann, Göttingen 1995, S. 198–215.Google Scholar
  15. 29.
    Vgl. hierzu Hans-Jürgen Becker, Die Reichskirche um 1800. In: Heiliges Römisches Reich und moderne Staatlichkeit, hg. von Wilhelm Brauneder (= Rechtshistorische Schriften, Bd. 112), Frankfurt a.M. — Berlin — Bern 1993, S. 147–159, insbes. S. 155 f.Google Scholar
  16. 39.
    Zu nennen sind hier u. a. seine Schriften ›Über Staatsverfassung und Staatsverwaltung. Ein politischer Versuchs Königsberg 1806; ›Die Fürsten und die Völker in ihren gegenseitigen Forderungen dargestellt‹, Leipzig 1816; ›Das Repräsentativsystem, oder Ursprung und Geist der stellvertretenden Verfassungen, mit Hinsicht auf Deutschland und Sachsens Leipzig 1817. — Vgl. hierzu Hartwig Brandt, Landständische Repräsentation im deutschen Vormärz, Neuwied 1968,insbes. S. 223 ff.Google Scholar
  17. 46.
    Kirchenrecht (wie Anm. 28), S. 162 f. — Zur Situation in Sachsen zu Anfang des 19. Jahrhunderts vgl. Ernst Rudolf Huber und Wolfgang Huber, Staat und Kirche im 19. und 20. Jahrhundert. Dokumente zur Geschichte des deutschen Staatskirchenrechts, Bd. 1, Berlin 1973, S. 150 ff.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Hans-Jürgen Becker

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