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Diskussionsbericht

  • Sabine Doering
Chapter
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Part of the Kleist-Jahrbuch book series (KLJA)

Zusammenfassung

Der Vortrag löste lebhafte Debatten über die verschiedenen Facetten von Kleists Verhältnis zur Romantik aus. Zunächst stand dabei Kleists Verbindung zu Adam Müller im Vordergrund. Peter Michelsen machte darauf aufmerksam, daß Kleist dadurch, daß er Müllers Gegensatzlehre noch weiter zuspitzt, ein zutiefst nicht-romantisches »Antivermittlungsdenken« vertritt, das freilich ohne den Hintergrund der Romantik gar nicht zustande gekommen wäre. So wird die Romantik zu einer notwendigen Voraussetzung für Kleists Denken. Dieser Überlegung stimmte Strack zu und kam mit mehreren Gesprächsteilnehmern darin überein, daß Formen der Konfrontation und agonalen Auseinandersetzung nicht nur Kleists Stellung zur Romantik prägen, sondern für ihn weit darüber hinaus charakteristisch sind, etwa auch für sein Verhältnis zu Schiller und Goethe. Hans-Jochen Marquardt äußerte, daß Kleists Beziehung zu Adam Müller gleichzeitig durch Nähe und Distanz bestimmt wird. Der agonale Grundzug des ›Phöbus‹ stehe aber nicht in einem Gegensatz zum Wunsch nach Vermittlung. Im Sinne Adam Müllers müsse Vermittlung aber als Einheit im Gegensatz aufgefaßt werden und bedeute zugleich auch Vermittlung im politischen Sinne. So sei der ›Phöbus‹ auch eine hochpolitische Zeitschrift, in der es um die Einheit der deutschen Nation bzw. um die Schaffung der Voraussetzungen für den Befreiungskampf gegen Napoleon geht. Darauf verweisen insbesondere die angeblich von Müller und Kleist gemeinsam verfaßten Anzeigen für den ›Phöbus‹, die nach seiner Meinung allein von Müller stammen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Sabine Doering

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