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Neue Lebensspuren Heinrichs von Kleist im Briefwechsel zwischen Böttiger und Falk

  • Rüdiger Wartusch
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Part of the Kleist-Jahrbuch book series (KLJA)

Zusammenfassung

Das Verhältnis Kleists zu dem Weimarer Dichter Johann Daniel Falk (1768–1826) ist mangels eindeutiger Zeugnisse bisher kaum untersucht. Neben den wenigen Aufzeichnungen Falks (etwa über die ›Krug‹-Aufführung in Weimar) steht Goethes Wort von dessen »gute[r] Gesinnung für Kleist« beinahe allein.1 Daß Falk Kleist gekannt hat, lassen zwei Briefe zwischen Falks Freund Adolf Wagner (1774–1835)2 und Kleists Freund Friedrich de la Motte Fouqué (1777–1843) vermuten. Wagner schreibt ein Jahr nach Kleists Tod an Fouqué: »Falk, der mir in diesen Tagen schrieb, erinnert sich Ihrer und Kleists mit Liebe und Wärme, und grüßt Sie durch mich herzlich.« Und Fouqué antwortet: »Jawohl, mit Heinrich zusammen sah ich ihn vor nun bereits 10 Jahren auf der Dresdner Galerie« (LS 107a und b). Weitere Belege für eine Begegnung der beiden Dichter gibt es bisher nicht, weshalb Helmut Sembdners These einer gegenseitigen poetischen Inspiration umstritten ist.3 Von einiger Bedeutung könnten somit Erwähnungen Kleists in Falks Briefwechsel mit Karl August Böttiger (1760–1835) sein, die hier im Zusammenhang wiedergegeben werden.

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Notizen

  1. 1.
    Vgl. Helmut Sembdner (Hg.), Heinrich von Kleists Lebensspuren. Dokumente und Berichte der Zeitgenossen, erweiterte Neuausgabe, Frankfurt/M. und Leipzig 1992, Nr. 384 (von nun an mit der Sigle LS im Text zitiert). Ebenfalls gekürzt zitiert (mit der Sigle NR) wirdGoogle Scholar
  2. ders. (Hg.), Heinrich von Kleists Nachruhm. Eine Wirkungsgeschichte in Dokumenten, 5., revidierte und erweiterte Aufl. Frankfurt/M. 1984 — Vgl. auch Falks Kleist-Erwähnungen: LS 249, 252, 387, 390a und b.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Helmut Sembdner, Kleist und Falk. Zur Entstehungsgeschichte von Kleists ›Amphi-tryon‹. In: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 13, 1969, S. 361–396.Google Scholar
  4. Richard J. Allen (in: Germanistik 15, 1974, S. 673–674)Google Scholar
  5. und Louis Wiesmann (in: Wirkendes Wort 29, 1975, S. 281)Google Scholar
  6. sowie die Bemerkungen bei Helmut Bachmaier/Thomas Horst, Die mythische Gestalt des Selbstbewußtseins (in: Jahrbuch der deutschen Schillergesellschaft 22, 1978, S. 404–441, hier S. 406–407)Google Scholar
  7. und Bernd Fischer, Wo steht Kleist im ›Amphi-tryon‹? (in: Studia Neophilologica 56, 1984, S. 61–68, hier S. 62–63).CrossRefGoogle Scholar
  8. 4.
    Vgl. etwa Anton Lütteken, Die Dresdener Romantik und Heinrich von Kleist, Diss. Borna-Leipzig 1917, S. 56. Die Betrachtung ›Über die Bedeutung des Tanzes‹ stammt aber wohl von Christian Gottfried Körner.Google Scholar
  9. 7.
    Zu Böttigers Verhältnis zu Cotta vgl. Ernst Friedrich Sondermann, Karl August Böttiger. Literarischer Journalist der Goethezeit in Weimar (= Mitteilungen zur Theatergeschichte der Goethezeit. Bd. 7), Bonn 1983, vor allem S. 110–243.Google Scholar
  10. Leider findet sich dort fast nichts zu Kleist, Falk und Müller. Vgl. S. 271 und 191. — Vgl. auch ders., Karl August Böttiger — ein journalistischer Gegner Heinrich von Kleists, in: Ningyoshibai 2, 1986, S. 45–58.Google Scholar
  11. 10.
    Bereits 1809 erscheint er in einem Dresdner Künstlerlexikon (LS 189 b). — Neue Erkenntnisse zu Kleists Dresdner Bekanntenkreis erbrachten die unermüdlichen Nachforschungen Hermann F. Weiss’, Unveröffentliche Zeugnisse zu Heinrich von Kleists Dresdener Jahren aus den Nachlässen Ernst und Heinrich Blümners. In: Euphorion 89, 1995, S. 1–22.Google Scholar
  12. — Einen anderen Ansatz für die Deutung der Dresdner Aufenthalte wählt mein Aufsatz: Vom ›Geisterseher‹ zum ›Käthchen von Heilbronn‹. Die deutsche Literatur und ein okkulter Zirkel in Dresden. In: Griffel. Magazin für Literatur und Kritik 1, 1995, S. 37–50.Google Scholar
  13. 11.
    Briefe von Goethe, Schiller, Wieland, Kant, Böttiger, Dyk und Falk an Karl Morgenstern, hg. v. F. Sintenis, Dorpat 1875, S. 9: Falk an Morgenstern, 27. September [1795?].Google Scholar
  14. 13.
    Vgl. zuletzt Rainer Schmitz (Hg.), Die ästhetische Prügeley. Streitschriften der antiromantischen Bewegung, Göttingen 1992, S. 368–376.Google Scholar
  15. — Hans Dietrich Dahnke/Bernd Leistner (Hg.), Debatten und Kontroversen. Literarische Auseinandersetzungen in Deutschland am Ende des 18. Jahrhunderts, 2 Bde., Berlin und Weimar 1989, S. 358–408.Google Scholar
  16. 14.
    Helmut Sembder, Johann Daniel Falks Bearbeitung des Amphitryon-Stoffes. Beitrag zur Kleistforschung, Berlin 1971 (= Jahresgabe der Heinrich von Kleist-Gesellschaft 1969/70), S. 18.Google Scholar
  17. 15.
    Anlaß zu dieser Annahme geben weniger die Zeugnisse aus jener Zeit als die früheren Aussagen über Dresden. Vgl. dazu Heinrich von Kleist, Sämtliche Werke und Briefe. Hg. von Helmut Sembdner, 9. Aufl. München 1993 (im folgenden gekürzt zitiert mit Angabe von Band und Seite), hier vor allem II, 650 und 659.Google Scholar
  18. 29.
    So noch Hinrich C. Seeba in der Kleist-Ausgabe des Deutschen Klassiker Verlags (Frankfurt/M. 1991. Bd. 1, S. 859): »Falk hielt sich in den Sommermonaten 1803 zu kunstgeschichtlichen und literarischen Studien in Dresden auf.«Google Scholar
  19. 30.
    Vgl. auch Hermann F. Weiss, Funde und Studien zu Heinrich von Kleist, Tübingen 1984, S. 19–22. — Noch 1811 nennt Kleist im übrigen Raphaels Kunst »göttlich« (II, 862).Google Scholar
  20. 32.
    Vgl. Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten. Legende und Darstellung in der bildenden Kunst, von Hiltgard L. Keller, 5., durchgesehene und ergänzte Auflage Stuttgart 1984, S. 31–32 und 410–414.Google Scholar
  21. 35.
    Die ›Agnes‹, gemalt 1641, war um die Mitte des 17. Jahrhunderts im Besitz des flandrischen Staatssekretärs Don Jerónimo de la Torre und kam 1745 auf Betreiben des Ministers Heinrich von Brühl aus der Sammlung des spanischen Botschafters am kurfürstlichen Hofe, Graf Bene de Masseran, nach Dresden. — Vgl. Alfonso E. Pérez Sánchez/Nicola Spinosa, Jusepe de Ribera 1591–1652, New York 1992, S. 41.Google Scholar
  22. 38.
    Vgl. Alfonso E. Pérez Sánchez/Nicola Spinosa, L’opera completa del Ribera, Mailand 1978, S. 117–118.Google Scholar
  23. 39.
    Vgl. Elizabeth du Gué Trapier, Ribera, New York 1952, S. 169: »Although there is a sinister opening in the tiled floor, no human being comes to molest the saintly Agnes as she gazes upward with the air of an ascending Magdalene.«Google Scholar
  24. 41.
    Vgl. J. G. von Quandt, Der Begleiter durch die Gemäldesäle des Königl. Museums zu Dresden, Dresden 1856, S. 183.Google Scholar
  25. 42.
    Vgl. Karl Justi, Die Heiligen Maria Magdalena und Agnes von Ribera und Giordano. In: Zeitschrift für christliche Kunst V, 1892 , Sp. 1–10.Google Scholar
  26. 44.
    Michael W. Alpatow, Die Dresdner Galerie. Alte Meister, aus dem Russischen von Ingeborg Bretschneider, Dresden 1966, Neunzehnte Auflage 1986, S. 98. — Vgl. dort auch S. 402 den Auszug aus einem Gespräch Louis Aragons mit Jean Cocteau aus dem Jahre 1956. — Als »unheilschwanger«, »widerlich« und »unausstehlich« wird Riberas Kunst etwa von Arsène Le-grelle bezeichnet. Ebd. S. 396.Google Scholar

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  • Rüdiger Wartusch

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