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Diskussionsbericht

  • Peter Philipp Riedl
Chapter
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Part of the Kleist-Jahrbuch book series (KLJA)

Zusammenfassung

Das Verhältnis der Deklamationslehre zu Poetik, Ästhetik, Linguistik und Semiotik bestimmt den Verlauf der Diskussion. Zu Beginn erinnert Joachim Knape an die hellenistischen Deklamatoren, die sich Konzertredner nannten. Diese brachten ihre Rhetorensklaven mit, die mit einer Stimmgabel hinter ihnen standen und ihnen an bestimmten Stellen den Ton zuspielten. Es sei schon erstaunlich, daß dieses spätantike Phänomen um 1800 in gewisser Weise wieder aufgegriffen wurde. Dabei stehe hier aber weniger das Rhetorische im Zentrum, sondern der Übergang zur Poetik. Für Fragen der Tonvalenz interessierten sich beispielsweise auch, so Knape weiter, heutige Linguisten, diskutierten diese aber nicht normativ, sondern deskriptiv. Um 1800 habe man versucht, erläutert Kohlhäufl, der Deklamationskunst einen sowohl anthropologisch wie auch physiologisch verbindlichen Charakter zu geben, etwa wenn darauf verwiesen werde, wie sich die Sprachorgane bei bestimmten Vokalen verhielten. Dieser Grundansatz, daß Töne differenziert erzeugt und auch differenziert wahrgenommen werden, habe auch die moderne Physiologie bestätigt.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Peter Philipp Riedl

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