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Diskussionsbericht

  • Peter Philipp Riedl
Chapter
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Part of the Kleist-Jahrbuch book series (KLJA)

Zusammenfassung

Der Berichterstatter eröffnet die Diskussion zur Gattung des Lustspiels mit der Frage nach einem möglichen Einfluß Shakespeares auf Kleist. Jener sei ja sozusagen ein »echter zeitgenössischer Komödiendichter« gewesen. Aufgrund wirkungsmächtiger Übersetzungen sei Shakespeare gleichsam zu einem »deutschen« Dichter um 1800 avanciert. ›A Midsummer Night’s Dream‹ beispielsweise werde durch permanentes Mißverstehen geradezu strukturiert und sei damit in seiner spezifischen Problemkonstellation dem Kleistschen ›Amphitryon‹ nicht unähnlich. Zudem gerate in beiden Dramen die Sprache als Mittel der Verständigung und Erkenntnis ins Zwielicht. Im Unterschied zu Kleist lösen sich freilich bei Shakespeare, so Riedl weiter, alle Verwerfungen zum Schluß wieder auf, während Kleists ›Amphitryon‹ mit einem halbtragischen »Ach« ende. Japp erwidert, daß Zeitgenossenschaft auch hier wiederum nur in einem weiten Sinn zu verstehen sei. Shakespeare sei jedoch, gerade durch ›A Midsummer Night’s Dream‹, mit den Mechanismen des »Spiels im Spiel« eher für die Romantiker einschlägig geworden. Besonders Tieck habe — im Unterschied zu Kleist — Mechanismen Shakespearescher Provenienz ausgebildet. Eine Anknüpfung Kleists an Shakespeare lasse sich höchstens, so Japp weiter, auf atmosphärischer, nicht aber auf thematischer oder formaler Ebene ausmachen.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1996

Authors and Affiliations

  • Peter Philipp Riedl

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