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Erwin Steins Bearbeitung der Schönbergschen Orchesterstücke op. 16, I, II und IV für 2 Klaviere zu 8 Händen

Studien zum wiederaufgefundenen Manuskript
  • Klaus Döge
Chapter

Zusammenfassung

Am 4. 2. 1912, nur wenige Monate nach Schönbergs zweiter Übersiedlung nach Berlin, fand im Harmonium-Saal, Steglitzer Straße, ein Konzert statt, das ausschließlich Werken Arnold Schönbergs gewidmet war. Neben einigen frühen Liedern aus dem Opus 2 und dem Opus 6 sowie den Georgeliedern op. 15 und den Sechs Kleinen Klavierstücken op. 19 erklangen in diesem Konzert in einer Bearbeitung für zwei Klaviere zu acht Händen auch die Orchesterstücke I, II und IV aus dem Opus 161. Die achthändige Bearbeitung, deren Manuskript im Archiv des Arnold Schoenberg Institute Los Angeles vor einiger Zeit aufgefunden wurde2, stammte von Erwin Stein3. Stein war Schüler Schönbergs in den Jahren 1906 bis 1910, wirkte nach verschiedenen Kapellmeisteranstellungen (Aussig, Straßburg, Danzig, Osnabrück, Flensburg und zuletzt Darmstadt) vom Sommer 1920 an als Vortragsmeister in Schönbergs Verein für musikalische Privataufführungen und übernahm 1924 bei der Universal Edition Wien die Stelle eines künstlerischen Beraters und zugleich die Herausgabe der Zeitschrift Pult und Taktstock. 1938 emigrierte er nach England, wo er als Mitarbeiter des Verlages Boosey & Hawkes wie auch als zeitweiliger Herausgeber der Zeitschrift Tempo immer wieder für das Werk seines Lehrers Schönberg und das seines Freundes Anton von Webern eintreten konnte. Unter den zahlreichen Schönberg-Schülern ist Stein vor allem durch sein Dirigieren, seine umfangreiche Bearbeitungstätigkeit sowie durch seine schriftstellerischen Arbeiten zur Musik der Zweiten Wiener Schule hervorgetreten und bekannt geworden4.

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Notizen

  1. 1.
    Auch die Uraufführung des Liedes Herzgewächse op. 20 war für dieses Konzert vorgesehen. Sie mußte jedoch entfallen, weil der Solistin des Abends, Frau Martha Winternitz-Dorda, für die Einstudierung zu wenig Zeit verblieb; vergleiche dazu W. B. Bailey, Composer versus Critic: The Schoenberg-Schmidt Polemic, in: Journal of the Arnold Schoenberg Institute 4, 1980, S. 118–137. Die Orchesterstücke wurden unter der Leitung Schönbergs von Eduard Steuermann und Louis Closson (Klavier I) sowie L. T. Grünberg und Anton von Webern (Klavier II) gespielt. Schönbergs Dirigieren und das Spiel der vier Pianisten ist eindringlich geschildert von Ferruccio Busoni, Schönberg-Matinée, in: F. Busoni, Wesen und Einheit der Musik, hrsg. v. J. Herrmann, Berlin 1956, S. 211–212.Google Scholar
  2. 2.
    Vergleiche B. Türcke, Gurrelieder and Orchestra Pieces, op. 16, for Two Pianos. A Rediscovery of Reductions by Schoenberg/Webern and Erwin Stein, in: Journal of the Arnold Schoenberg Institute 7, 1983, S. 239–254. Gedankt sei an dieser Stelle dem Archiv des Arnold Schoenberg Institutes für die freundliche Überlassung von Kopien des Steinschen Bearbeitungsmanuskriptes und des Berliner Stimmenmaterials.Google Scholar
  3. 6.
    Die gedruckte Partitur erschien erst im April 1912 im Verlag C. F. Peters, Leipzig; vergleiche A. Schönberg, Sämtliche Werke, Reihe B, Bd. 12: Orchesterwerke I. Kritischer Bericht — Skizzen, hrsg. v. N. Kokkinis, Mainz 1984, S. 7, Quelle E.Google Scholar
  4. 16.
    Zitiert nach J. Theurich, Der Briefwechsel zwischen A. Schönberg und F. Busoni, Phil. Diss. Berlin (Ost) 1980, S. 190.Google Scholar
  5. 23.
    Vergleiche R. Brinkmann, Arnold Schönberg. Drei Klavierstücke op. 11. Studien zur frühen Atonalität bei Schönberg, Wiesbaden 1969 (= Beihefte zum Archiv für Musikwissenschaft 7), S. 97 f.Google Scholar
  6. 24.
    A. Schönberg, Der moderne Klavierauszug, in: ders., Stil und Gedanke. Aufsätze zur Musik, Bd. I, hrsg. v. I. Vojtech, Frankfurt a. M. 1976, S. 192.Google Scholar
  7. 25.
    Brief Schönbergs an Berg vom 5. 12. 1911, zitiert nach R. Hilmar, Alban Berg. Leben und Wirken in Wien bis zu seinen ersten Erfolgen als Komponist, Wien usw. 1978 (= Wiener Musikwissenschaftliche Beiträge, Bd. 10), S. 58.Google Scholar
  8. 32.
    Schoenberg Archiv, Los Angeles; zur Beschreibung des Exemplars vergleiche A. Schönberg, Sämtliche Werke, a. a. O., ferner J. McBride, Schoenberg’s Annotated Handexemplare, in: Journal of the Arnold Schoenberg Institute 5, 1981, S. 197, sowieGoogle Scholar

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  • Klaus Döge

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