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Opernkomponisten

  • Michael Walter
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Zusammenfassung

Er habe, so sagte der 1813 geborene Verdi einige Jahre vor der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert, seine harte Jugend in Armut verbracht. Zum Zeitpunkt jedoch, an dem er dies berichtete, war Verdi nicht nur der berühmteste Komponist Italiens, sondern auch ein reicher Mann. Seine Karriere mußte angesichts der harten Jugend, in der Verdi angeblich barfuß von Roncole nach Busseto wanderte, um Schuhleder zu sparen, im Alter des Komponisten in umso hellerem Licht erscheinen. Freilich — was Verdi beschrieb war zwar nicht ganz von der Wahrheit entfernt, aber auch nicht ganz zutreffend. Seine Eltern waren nicht reich, aber im bescheidenen Rahmen des Dorfs Roncole zählten sie doch zu den etablierten Familien; sie besaßen Land, möglicherweise beschäftigten sie sogar Tagelöhner. Der Vater war Schankwirt, konnte lesen und schreiben (was für die Landbevölkerung nicht selbstverständlich war) und bewies einiges Geschick in seinen Geschäften1. Darüber hinaus hielten die Eltern es schon sehr früh für geraten, ihrem Kind die notwendige Bildung vermitteln zu lassen: noch bevor Verdi vier Jahre alt war, erhielt er Unterricht in der Muttersprache und in Latein, im Alter von sechs Jahren besuchte er die örtliche Schule, die Eltern kauften ihrem Sohn ein Spinett zum Üben (was durchaus ungewöhnlich war und ein beträchtliches finanzielles Opfer darstellte), schließlich sandten sie Verdi auf eine weiterführende Schule nach Busseto, was ebenfalls erhebliche Kosten verursachte.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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  • Michael Walter

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