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Deutschland: Hofoper und Stadttheater

  • Michael Walter
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Zusammenfassung

In Deutschland existierten im 19. Jahrhundert zwei Systeme des Betriebs von Opernhäusern: der Hofopernbetrieb und der private Pachtbetrieb. Beide beeinflußten sich gegenseitig in mancher Hinsicht, schon aufgrund der Personalfluktuation zwischen beiden Systemen, wiesen aber auch charakteristische Unterschiede auf. Während zudem der italienische Impresario und der Pariser Operndirektor sich mit den beiden Sparten des Musiktheaters beschäftigten — Oper und Ballett —, war ein Theaterleiter in Deutschland in der Regel auch noch für das Schauspiel verantwortlich. Diese Formulierung drückt bereits eine Gewichtung aus: die Oper war im 19. Jahrhundert nicht nur die kostenintensivste Sparte, sondern auch die prestigeträchtigste und stieß außerdem auf ein größeres Publikumsinteresse als das Schauspiel. (Im Gegensatz zum 18. Jahrhundert hatten sich im 19. schon aus finanziellen Gründen die Hoftheater für ein zahlendes bürgerliches Publikum öffnen müssen, so daß auch hinsichtlich der Publikumsstruktur Ähnlichkeiten zwischen den großen Privat- und den Hoftheatern bestanden. Vor allem aber hatte diese Öffnung zur Folge, daß der Publikumsgeschmack in beiden Fällen die ausschlaggebende Größe für die Spielplangestaltung war.) Es konnten für die Oper höhere Eintrittspreise verlangt werden, vor allem bei Gastspielen berühmter Sänger, so daß den großen Ausgaben auch entsprechende Einnahmen gegenüberstehen konnten.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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  • Michael Walter

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