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Oper und Politik

  • Michael Walter
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Zusammenfassung

Politik und Oper hingen schon seit Entstehung der Gattung im 17. Jahrhundert eng zusammen, weil die Oper von Anfang an eine primär höfische Gattung war. Opern wurden von Höfen in Auftrag gegeben, von Hof-Sängern gesungen und sie repräsentierten den Hof. Diese Repräsentation erfolgte aber, und das unterscheidet die Oper von höfischer Instrumentalmusik, einmal durch die Musik selbst, die in ihrer Prachtentfaltung dem Hof angemessen sein mußte. Aber die Repräsentation erfolgte auch semantisch auf der Ebene des Texts: Die Titus-Libretti etwa sind eine Darstellung der »clementia« des guten Herrschers schlechthin. Auch die »licenza«, die barocke Huldigungsarie, deren Text direkt auf eine zeitgenössische höfische Situation anspielte, ist ein Beispiel für diese semantische Repräsentationsfunktion.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1997

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  • Michael Walter

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