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Nachahmung der Natur

  • Peter Schleuning
Chapter

Zusammenfassung

Erhabenheit bildete sich nicht nur an solchen Musikwerken, welche den Sturm der Gefühle vorzeichneten wie die soeben besprochene Toccata, sondern auch an jenen, die die großen, aufwühlenden Ereignisse der Landschaft und des Wetters, vornehmlich Sturm und Unwetter, darstellten und bemüht waren, alle logischen und rationalen Ansprüche über den Haufen zu werfen und in den Hörerseelen das hervorzurufen, was schon zum Jahrhundertbeginn Erschütterung hieß. Ehe der naturwissenschaftliche Blick und Erfindergeist des aufgeklärten Menschen die Naturerscheinungen Blitz und Donner zu beherrschen suchte — siehe das obige Motto —, bewirkten diese nichts als Verwirrung und Zerknirschung, wurden begleitet von Gewittergebeten, um das böse Gewissen, das Gott mit dem Gewitter wachrief, zu erleichtern und um Gnade zu flehen. Generationen von aufgeklärten Erziehern und Theologen kämpften darum, die Bevölkerung von Gebeten und Gewissensaufruhr zu einer »vernünftigen« Moral im Erleben des Gewitters und zum Vertrauen auf den Blitzableiter zu führen, (vgl. Kittsteiner 1990 und 1995, Teil A; Schmenner 1997, Teil II)

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1998

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  • Peter Schleuning

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