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Beobachtet oder gedichtet?

Joseph Roths Roman »Die Flucht ohne Ende«
  • Reiner Wild
Chapter

Zusammenfassung

Das »Vorwort« zu Joseph Roths Roman Die Flucht ohne Ende, der 1927 erschien, galt den Zeitgenossen und gilt bis heute als ein Manifest der Neuen Sachlichkeit, als die möglicherweise prägnanteste programmatische Darlegung dieser literarischen Tendenz:

Im Folgenden erzähle ich die Geschichte meines Freundes, Kameraden und Gesinnungsgenossen Franz Tunda.

Ich folge zum Teil seinen Aufzeichnungen, zum Teil seinen Erzählungen.

Ich habe nichts erfunden, nichts komponiert. Es handelt sich nicht mehr darum zu ›dichten‹. Das wichtigste ist das Beobachtete. — Paris, im März 1927

Joseph Roth

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Anmerkungen

  1. 1.
    Joseph Roth: Die Flucht ohne Ende. In: Ders.: Werke. Hrsg. v. Fritz Hackert u. Klaus Westermann. 6 Bde. Köln 1989–1991, Bd. 4: Romane und Erzählungen 1916–1929, S. 389–496, hier S. 417. — Roths Die Flucht ohne Ende wird im folgenden mit Seitenangaben im laufenden Text nach dieser Ausgabe zitiert.Google Scholar
  2. 3.
    Vgl. Frank Trommler: Joseph Roth und die Neue Sachlichkeit. In: David Bronsen (Hrsg.): Joseph Roth und die Tradition. Aufsatz- und Materialiensammlung. Darmstadt 1976, S. 276–304, hier S. 278;Google Scholar
  3. vgl. auch Jürgen Heizmann: Joseph Roth und die Ästhetik der Neuen Sachlichkeit. Heidelberg 1990, S. 55.Google Scholar
  4. 4.
    Joseph Roth: Briefe 1911–1939. Hrsg. u. eingeleitet v. Hermann Kesten. Köln, Berlin 1970 (im folgenden: Briefe), S. 62 (An Benno Reifenberg, Marseille, 30. August 1925);Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Joseph Roth: Bekenntnis zum Gleisdreieck. In: Ders.: Werke, Bd. 2, S. 218–221 (zuerst in: Frankfurter Zeitung, 16. Juli 1924).Google Scholar
  6. 6.
    Joseph Roth: Der idealistische Scharlatan. In: Ders.: Werke, Bd. 2, S. 820–822, hier S. 822 (zuerst in: Frankfurter Zeitung, 4. Dezember 1927).Google Scholar
  7. 7.
    Joseph Roth: Emile Zola — Schriftsteller ohne Schreibtisch (Antwort auf eine Umfrage zum 25. Todestag). In: Ders.: Werke, Bd. 2, S. 823–825, hier S. 825 (zuerst in: Die neue Bücherschau, 1927).Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. Joseph Roth: Schluß mit der ›Neuen Sachlichkeit‹. In: Ders.: Werke, Bd. 3, S. 152–164, hier S. 157f. (zuerst in: Die Literarische Welt, 17. u. 24. Januar 1930).Google Scholar
  9. 10.
    Roth: Briefe, S. 118 (An Félix Bertaux, Paris, 9. Januar 1928).Google Scholar
  10. 13.
    Joseph Roth: ›Ein ausschweifender Mensch‹. Zu dem neuen Roman von Hermann Kesten. In: Ders.: Werke, Bd. 3, S. 42–44, hier S. 44 (zuerst in: Frankfurter Zeitung, 24. März 1929).Google Scholar
  11. 14.
    Joseph Roth: Es lebe der Dichter! In: Ders.: Werke, Bd. 3, S. 44–46, hier S. 45 (zuerst in: Frankfurter Zeitung, 31. März 1929).Google Scholar
  12. 19.
    Bereits im Dezember 1929 hatte Roth geschrieben: »Innerhalb der Literatur ist ein ›Stück Leben‹ nur dann etwas wert, wenn es eine gültige Form gefunden hat. Ein ungeformtes ›Stück Leben‹ ist nicht mehr als ein Roman, sondern weniger, es ist gar nichts, es kommt überhaupt nicht in Betracht.« Roth: Das Privatleben. In: Ders: Werke, Bd. 3, S. 141–143, hier S. 142f. (zuerst in: Die Literarische Welt, 6. Dezember 1929).Google Scholar
  13. 24.
    Vgl. auch Lothar Köhn: Der ›Preis der Erkenntnis‹. Überlegungen zum literarischen Ort Joseph Roths. In: Michael Kessler, Fritz Hackert (Hrsg.): Joseph Roth. Interpretation — Kritik — Rezeption. Akten des internationalen, interdisziplinären Symposions 1989, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Tübingen 1990, S. 167–179, S. 170: »Nahezu alle Romane Roths zwischen 1924 und 1929 sind Desillusionsromane, die auf immer neue Weise das epochale Nebeneinander der Sinnangebote durchspielen.« Etwas später stellt Köhn fest, die Flucht ohne Ende sei der »wichtigste Roman dieser Reihe« (S. 171).Google Scholar
  14. 30.
    Das Spiel mit Autobiographie und Fiktion hat, worauf David Bronsen: Joseph Roth. Eine Biographie (Köln 1974, S. 295f.) aufmerksam macht, zudem eine autobiographische Dimension bei Roth selbst, der sich offenbar mit seiner Figur Tunda identifizierte: Tunda hat dasselbe Geburtsjahr wie Roth, er ist wie sein Autor in Galizien geboren, und Roth hat später gelegentlich die russischen Erfahrungen Tundas für sich in Anspruch genommen und sich zeitweise wie Tunda als Sohn eines österreichischen Majors und einer polnischen Jüdin ausgegeben.Google Scholar

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

Authors and Affiliations

  • Reiner Wild

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