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Exzessive Nähe und Kinoblick

Alltagswahrnehmung in Hans Falladas Roman »Kleiner Mann — was nun?«
  • Karl Prümm
Chapter

Zusammenfassung

Hans Fallada ist immer noch ein populärer Autor mit außergewöhnlich stabilen Auflagen. Seine Romane erscheinen immer wieder mit neuen Covern als Taschenbücher und erreichen offenkundig auch junge Leserschichten, die den Welten und Zeiten, die der Erzähler ausbreitet, inzwischen weit entrückt sind. Auch das öffentliche Bild Falladas ist fixiert, erscheint ein für allemal ausgemalt. Seit Jürgen Mantheys erfolgreicher Monographie1, die selber zu einem Bestseller wurde, ist die prekäre private Existenz Falladas publik und durchdringt die Wirkungsgeschichte dieses Erzählers in einem Maße, wie es bei kaum einem anderen deutschen Autor des 20. Jahrhunderts der Fall ist. Immer ist bei der Lektüre das zerrissene Leben des Romanciers im Blick, des ›armen Kerls‹, der von Anfang an ein Gefährdeter war, der zum Betrüger und Morphinisten wurde und nur im Rausch des penibel organisierten Schreibens zu sich selber kam. Werner Liersch hat jüngst zum 100. Geburtstag Falladas dessen »großes kleines Leben« noch einmal sympathetisch nachgezeichnet.2

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Anmerkungen

  1. 1.
    Jürgen Manthey: Hans Fallada in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek bei Hamburg 1963.Google Scholar
  2. 2.
    Werner Liersch: Hans Fallada. Sein großes kleines Leben. Hildesheim 1993.Google Scholar
  3. 3.
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1995

Authors and Affiliations

  • Karl Prümm

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