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Auszüge aus der Diskussion zum Vortrag von Hans Reiss (Responsion: Konrad Feilchenfeldt)

  • Wolfgang FrüHwald
Chapter

Zusammenfassung

Reiss: Um mit der Frage nach dem Verhältnis der britischen Gennanistik zur Bewegung von 1968 zu beginnen: Die Studentenbewegung, die ja nicht in Deutschland, sondern in den USA angefangen hat, hat in Amerika und in Deutschland gewaltige Ausmaße angenommen, während ihre Einwirkung auf England eigentlich sehr begrenzt war. Sie ist in England längst nicht so extrem gewesen. Was aber meine Rückkehr nach Deutschland im Jahre 1946, als ich zum ersten Mal Irland wieder verließ, angeht, so verdankte ich sie einem Zufall. Mein Eindruck von Deutschland war noch schlimmer, als ich 1947 nach Köln kam, um dort an der Universität Vorträge zu halten. Mit Thomas Mann kann man meinen Fall eigentlich überhaupt nicht vergleichen: Thomas Mann war eine bekannte Persönlichkeit und ich war vollkommen unbekannt. Ich hätte in Deutschland auch gar keine Stelle bekommen können. Ich habe mich auch gar nicht darum bemüht, denn ich hatte ja eine Stelle in London. Und ich muß gestehen, daß ich zu dieser Zeit auch aus politischen Gründen keinerlei Veranlassung sah, nach Deutschland zurückzugehen. Es waren mir noch zu viele Angehörige des ‘Dritten Reichs’ in mächtigen Positionen, und man hatte doch große Bedenken, was die politische Entwicklung in Deutschland anging. Es gab — wenn ich zurückblicke — durchaus Grund zu der Annahme, daß ein Aufflackern des Nazismus nicht unmöglich war.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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  • Wolfgang FrüHwald

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