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Der verfremdende Blick

  • Paul Hoffmann
Chapter

Zusammenfassung

Die freundliche Einladung zu diesem Kolloquium erhielt ich im Juni per Telefax in Neuseeland, wo ich 22 Jahre gelebt hatte und mich jetzt zu einem zweimonatigen Besuch aufhielt, das erstemal wieder seit dreizehn Jahren. Fax war bislang kein Bestandteil meiner Kommunikationspraxis gewesen. In diesen zwei Monaten wurde das anders. Informationen und Anfragen erreichten mich praktisch im Moment der Expedition. Die Distanz von 18000 km war wie weggefegt. Ich konnte per Fax von Wellington aus an einer Tübinger Gremiensitzung partizipieren und termingerecht kurzfristig mein handschriftliches Votum abgeben. Obwohl bei den Antipoden, war ich doch zugleich in Tübingen präsent, virtuell jederzeit erreichbar — ein beruhigendes oder beänstigendes Gefühl, je nachdem. Jedenfalls ein ganz neuer Sachverhalt. Dank der stupenden Erfindung war die extreme Raumesferne endgültig überwunden. Die Situation der Isolierung auf Karl Wolfskehls ‘Erdballs letztem Inselriff’ jedenfalls entschärft. Die Schiffsreise hat einst fünf Wochen gedauert, bis hoch in die 60er Jahre der normale Reisemodus, bevor in den 70er Jahren die Passagierdampfer obsolet wurden. Ich hatte miterlebt, wie sich die Lage graduell verbesserte. Seit Kriegsende brauchte ein Luftpostbrief nach und von Europa eine Woche. Heute ist die Flugreise auf 22 Stunden (reale Flugzeit) reduziert mit nur zwei Stops. Die Entfernung ist kein Problem mehr — bis auf das Reisegeld.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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  • Paul Hoffmann

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