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Auszüge aus der Diskussion zum Vortrag von Hans Eichner (Responsion: Wolfgang Frühwald)

  • Eberhard Lämmert
Chapter

Zusammenfassung

Reiss: Ich freue mich, daß Hans Eichner heute dies gesagt hat, sofern “freuen” das richtige Wort ist, ich meine: es ist richtig, daß er das gesagt hat. Ich habe privat schon mehrmals eingestanden, daß mir das ganze Treffen hier eigentlich unheimlich vorkam, weil ich weiß, daß wir überlebt haben und es uns eigentlich relativ sehr gut gegangen ist oder wenigstens im Augenblick gut geht — und viele andere tot sind und wir an die Toten denken müssen. Deswegen bin ich froh, daß Hans Eichner davon gesprochen hat. Ich möchte die Frage aufgreifen, die Sie am Ende erwähnt haben und auf die ich natürlich keine einfache Antwort weiß: wie muß das Fach aussehen? Ich glaube, daß es sicherlich richtig ist, zu fordern, daß wir uns — gerade als Germanisten — mit dem Holocaust und mit dem ungeheuerlichen Problem des Nazismus überhaupt im Rahmen unserer Lehrtätigkeit befassen. Aber ich glaube nicht, daß das möglich ist, wenn man von der Literatur allein spricht. Es ist nur möglich, wenn man Geschichte treibt. Wir müssen versuchen, in unseren Vorlesungen mehr historische Kenntnisse zu vermitteln. Und man muß sich meiner Ansicht nach z.B. auch mit Fragen der deutschen Staatsphilosophie befassen, um bestimmte historische Entwicklungen und Zusammenhänge aufzeigen zu können. Was ich sagen will: Ich finde es immer empörend, wenn Germanisten glauben, Germanistik handle nur von deutscher Literatur.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

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  • Eberhard Lämmert

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