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Responsion zu Henry H.H. Remak

  • Jürgen Wertheimer
Chapter

Zusammenfassung

Aus mehreren Gründen erscheint mir ein Passus aus den Darlegungen Henry Remaks besonders aufschlußreich. Es handelt sich um jene Stelle, in der er seine Überlegungen zu seiner beruflichen Zukunft als Germanist unter dem Eindruck des manifest werdenden Nationalsozialismus in Deutschland wiedergibt und hierbei den Chef der deutschen Abteilung der Ohio State University, Maurice Blakemore Evans, konsultiert und zitiert:

Es ist derselbe, der 1938 einmal die bitteren aber tiefgehenden Worte aussprach: “Wenn sie am Leben wären, wäre Schiller heute im Konzentrationslager, Goethe nicht.” Er schrieb mir damals: “Henry, wir nehmen Dich gem bei uns auf, aber überlege Dir: was für eine Zukunft hast Du in der Germanistik, wenn die Nazis am Ruder bleiben?

Mir erscheint diese Stelle deshalb so aufschlußreich, weil sie ganz typisch für “unseren”, also den philologischen Umgang mit realer Politik ist. An Evans’ erster Aussage, wie richtig oder falsch sie nun sein mag, fällt vor allem auf, daß sie das Phänomen des Faschismus weder an dessen eigener Geschichte, noch an den personlichen Erfahrungshintergründen mißt, sondem letztlich in die Koordinaten einer fiktiven literaturgeschichtlichen Überlegung einzubinden versucht.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Jürgen Wertheimer

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