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Deutsch-jüdische Exilanten bei der amerikanischen Aufklärung — mit einem Exkurs über den Beitrag zukünftiger Germanisten

  • Guy Stern
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Zusammenfassung

Die vor kurzem erschienene Detailstudie Arno Lustigers über die Juden im Spanischen Bürgerkrieg legt uns noch einmal nahe, wie notwendig eine globale Geschichte über jüdische Kriegsteilnehmer im Zweiten Weltkrieg geworden ist. 1 Aller Voraussicht nach würde sie mehrbändig ausfallen und ein umfangreiches Forscherteam beschäftigen. Denn sogar das viel bescheidenere Unterfangen, das der Titel dieses Vortrages umreißt, würde eine ansehnliche Monographie beanspruchen — und trotzdem kaum das Thema erschöpfen. Deutsche und österreichische jüdische Männer und Frauen dienten, mit mutmaßlicher Ausnahme der Dechiffrierung des OKW-Kode, in fast allen Bereichen des amerikanischen Geheimdienstes2. Dort sammelten und verbreiteten sie kriegswichtige Informationen als Kryptographen, Mitglieder der psychologischen Kriegsführung und der Militärregierung, als Vernehmer deutscher Kriegsgefangener und als Planer für die kurzfristige und langfristige Zukunft des besiegten Feindes. Eine weitere Komplikation beim Schreiben ergibt sich aus den so oft individualistisch differenzierten Kriegstaten der Exilanten, die man auch mit Hilfe des von mir ausgiebig benutzten Nationalarchivs in Washington nicht gänzlich erschließen kann. Ein aufschlußreiches Beispiel bietet die Biographie eines obskuren 21jährigen Infanteristen und Dolmetschers der 84.

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Notizen

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Guy Stern

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