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J. M. R. Lenz im Herbst 1777. Zu einem anonymen Gedicht in Wielands »Teutschem Merkur«

  • Richard Daunicht
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Zusammenfassung

Eines der Probleme jeglicher Philologie ist: wie findet man die beste Methode, von einem anonym überlieferten Text den Verfasser zu bestimmen. Heute, im Zeitalter der Computer, hat man vielleicht (!) mehr Möglichkeiten als früher, Parameter festzulegen und wie in einer Rasterfahndung die aufscheinenden konkurrierenden Schreiber stilistisch zu analysieren, die unwahrscheinlichen unter ihnen auszugrenzen und zu einem Ergebnis zu gelangen, das befriedigt. Aber natürlich kann auch der beste Rechner nicht ausschließen, daß außerhalb der gewählten programmierten Beispiele andere unentdeckte Möglichkeiten schlummern. Eine Gefahr, die um so größer wird, je kürzer der zu untersuchende Text ist. Es muß also wie eh und je zunächst darum gehen, eine Vielzahl von Kriterien zu erhalten. Dabei ist auch der Fall nicht undenkbar, daß Fehler beim Forscher liegen, der eventuell in wohlmeinender Absicht die Merkmale allzu subjektiv festgemacht hatte. In den Zeiten Heinrich Düntzers genügte zuweilen die Tatsache, daß ein Gedicht in Abschrift neben zwei authentischen Gedichten Goethes erhalten war, es ebenfalls für echt anzusehen. Zu den problematischen Beispielen dürften folgende Verse gehören, die 1777 im Dezemberheft von Wielands »Teutschem Merkur« erschienen und die ich Jakob Michael Reinhold Lenz zuschreibe. Ich werde Beobachtungen mitteilen, die Lenzens Autorschaft untermauern können.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Richard Daunicht
    • 1
  1. 1.OffenburgDeutschland

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