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Zur moralischen Kritik des Autonomie-Ideals. Jakob Lenz’ Erzählung »Zerbin oder die neuere Philosophie«

  • Martin Rector
Chapter

Zusammenfassung

Lenz’ literarische Arbeiten, seine Dramen wie seine Erzählungen, stehen zu seinen moralphilosophischen, sozialreformerischen und ästhetischen Schriften nicht in einem einfachen Abbildungs- oder Umsetzungs-Verhältnis. Eher verhalten sie sich zu ihnen wie die sinnliche Wahrnehmung zur spekulativen Idee, wie das Konkrete, Einzelne, Wirkliche zum Abstrakten, Allgemeinen, Gedachten. In seiner auf Mimesis der gesellschaftlichen Wirklichkeit verpflichteten literarischen Darstellung unterzieht Lenz, wie bewußt auch immer, seine theoretischen Überzeugungen und Postulate der Nagelprobe ihres Realitätsgehalts und ihrer Realisierbarkeit hic et nunc. Ergebnis dieser ästhetischen Wahrheitsprobe ist in aller Regel nicht die Entsprechung, sondern die Differenz. Die seine theoretischen Schriften durchziehende Grundüberzeugung Lenzens ist das emphatisch-aufklärerische Axiom, daß der Mensch als an der Spitze der Gattungshierarchie stehendes, gottähnliches Geschöpf sich vor allen anderen Lebewesen dadurch auszeichne, daß er sich als »unendlich freihandelndes Wesen« gegen die Fremdbestimmung durch äußere »Umstände« behaupten könne und solle1.

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Notizen

  1. 4.
    Hans Mayer: Lenz oder die Alternative (Nachwort). In: J. M. R. Lenz: Werke und Schriften. Hrsg. von Britta Titel und Hellmut Haug, Bd. 2, Stuttgart 1967, S. 822.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1994

Authors and Affiliations

  • Martin Rector
    • 1
  1. 1.HannoverDeutschland

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