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Der Doktorand. Jürgen Theobaldy: Spanische Wände

  • Michael Kämper van den Boogaart
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Zusammenfassung

Als der Roman Spanische Wände 1981 erschien, stieß er auf publizistische Reaktionen, die den Autor kaum ermutigt haben dürften. Mit Ausnahme von Lothar Baier, der den Roman in der Zeit als “eines der wichtigsten Bacher vom Beginn der achtziger Jahre” bezeichnete (Baier 1981), fiel das Echo nicht nur wegen des nicht mehr für aktuell befundenen Stoffes negativ aus. Mehr noch ging es den Rezensenten darum, den Nachweis zu führen, wie ein gestandener Lyriker mit dem Projekt eines Romans — es ist Theobaldys zweiter — kompositorisch und sprachlich scheitern muß. Im Spiegel (Der Spiegel 1981) heißt es, Theobaldys Prosa sei “auf jene anspruchsvolle Lyrik aus, die kein Handtuch am Strand und keinen Plastikstuhl im Café unverglichen und unbebildert lassen kann. Diese Darstellung ist zwar im Detail ungenau — bereits im ersten Kapitel werden mehrfach Badetücher und Caféstühle erwähnt, ohne verglichen oder bebildert zu werden -, doch angesichts von Passagen wie jener über ein Papiertaschentuch greift die Kritik an einer hochfrisierten Sprache:

“Ihr Blick glitt über die regellos aufgewölbten, winzigen Sandhügel und blieb an einem zerknüllten Papiertaschentuch haften, einem zuerst schummerigen, dann Linien und Falten ausbildenden, weißen Fleck ein paar Meter entfemt. Jemand hatte es weggeworfen, irgendein gedankenloses Wesen ohne Gespür für die Verschiedenheit der Stoffe, das gewichtlose, hellbraune Rieseln und das verschleimte oder von Hautcreme und Wimpemtusche beschmierte Papier.” (Theobaldy 1981, 5. 15f.)

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1992

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  • Michael Kämper van den Boogaart

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