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Auber, Daniel François Esprit

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Zusammenfassung

A.s Œuvre steht ganz im Zeichen musikdramatischen Schaffens, das sich — von den ersten Versuchen ab 1811 — über ein halbes Jahrhundert erstreckt und die französische Oper des 19. Jahrhunderts entscheidend prägte. Vor allem in der Opéra-comique galt A., spätestens seit dem Fra Diavolo (Paris 1830), als unangefochtener Meister. A.s Werk ist aufs engste mit der Person Eugène Scribes verbunden, der ihm die Textbücher für nahezu vierzig Opern lieferte. Die librettistische Kompetenz Scribes fand in A. ein ideales musikdramatisches Pendant. Die Zusammenarbeit von Scribe und A. repräsentiert einen frühindustriell arbeitsteiligen Produktionsprozeß, der die Grundlage für den langanhaltenden Erfolg in ganz Europa darstellte (Übersetzungen der Libretti in insgesamt zwölf Sprachen). Scribes »pièce bien faite« basiert zumeist auf einer verwickelten Intrige, deren Dramaturgie sich jedoch durch äußerste Ökonomie auszeichnet. A. verstand es vortrefflich, dieses dramaturgische Kalkül umzusetzen und es musikalisch zu versinnlichen. A.s kompositorisches Denken ist deutlich an der Ariet-tenform ausgerichtet, d. h. dem Erfinden mehrerer melodischer Phrasen, die dann nach dem Reihungsprinzip zu größeren Einheiten aneinanderfügt werden. Dieses Verfahren zeigt — trotz der standardisierten periodischen Anlage — seine größten Wirkungen in den einfachen Nummern (Romanze, Couplet etc.) und den Ensembles, besonders aber in den Finali, wo A. dieses Prinzip an eine ausgeklügelte Architektonik bindet, die äußere und innere Handlung gleichermaßen berücksichtigt.

Literatur

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1992

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