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Amy, Gilbert

Zusammenfassung

Etwa ein Jahrzehnt liegt zwischen A. und jener Komponistengruppe, die in den Jahren nach 1950 die Entwicklung der neuen Musik vorantrieb und beherrschte: Nono, Boulez, Berio und Stockhausen. Während langer Jahre schien der junge Franzose so etwas wie ein ›Musterschüler‹ dieser Gruppe und von Boulez im besonderen zu sein. Nach brillanten Schulabschlüssen hatte A. zwar am traditionsreichen Pariser Conservatoire so instruktive wie breitgefächerte Studien betrieben (Analyse bei Messiaen, Komposition bei Milhaud) und sich überdies bei Yvonne Loriod pianistisch ausbilden lassen. Doch erfolgten entscheidende Impulse erst durch die Darmstädter Ferienkurse. Hier wurden 1958 erstmals die Mouvements für 17 Instrumente zur Diskussion gestellt, die — gleich Stockhausens Zeitmaßen (1955-56) — den Umgang mit unterschiedlichen Tempi in der Gleichzeitigkeit erproben. Hier erklang 1960 die hochkomplizierte Klaviersonate, deren mobile Formanlage von der Auseinandersetzung mit den aleatorischen Konzepten in Boulez’ Dritter Sonate (1956-57) zeugt. Hier gelangten 1961 auch die Inventionen I/II zur Uraufführung, die mit der Austauschbarkeit von Instrumentalpartien experimentieren und damit auf die Thematik eines Stockhausen-Kurses von 1959 zurückweisen. Rückblickend begriff A. seine stark beachteten Arbeiten der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre als ›Frühwerke‹ und konzedierte, »daß ich mehrere Probleme in Angriff genommen habe, ohne sie wirklich zu lösen: die Anordnung im Raum (Mouvements, Antiphonies), die vollständige oder partielle Mobilität (Sonate, Inventions, Epigrammes), die Überlagerung der Tempi oder der Klangereignisse (Antiphonies).«

Literatur

  1. Universal Edition (Wien).Google Scholar
  2. A., G.: Selbstportrait, Programmheft Donaueschinger Musiktage 1968, 26F. Jameux, D.: Entretien avec G. A., in Musique enjeu 3 (1971), 72–84.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1992

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