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Dong Zhongshu

Der vielleicht ein wenig wunderliche Liebhaber von Katastrophen jeglicher Art
  • Harald Borges
Chapter

Zusammenfassung

Die meisten älteren Kulturen haben ihre philosophischen Märchenonkel, die für uns von unschätzbarem Wert sind, da sie mit unermüdlichem Eifer gesammelt haben, was über die schon zu ihrer Zeit längst verstorbenen Großen der Vergangenheit an Gerüchten oder für authentisch gehaltenem Wissen in Umlauf war. Für das abendländische Denken übernimmt diese Rolle vor allen anderen Diogenes Laertius, der im +3. Jahrhundert das Wissen und die Lebensumstände der alten griechischen Geistesheroen mit wahrhaft enzyklopädischem Bemühen in seinem Werk zu versammeln trachtete. Historiker und Philologen dieser Tradition überboten sich darin, ihr Material mit »möglichst buntem und möglichst entlegenem Stoff anzureichern«.[1] Und so ist sein opus ein Quell der Freude für die Nachgeborenen, die über Thales erfahren, Hermippos habe ihm den Sokrates zugeschriebenen Ausspruch beigelegt: »›Drei Dinge sind es, die mich dem Schicksal zu Dank verpflichten: erstens, daß ich als Mensch zur Welt kam und nicht als Tier; zweitens, daß ich ein Mann ward und nicht ein Weib; drittens, daß ich ein Hellene bin und nicht ein Barbar.‹ Ferner läuft eine Erzählung von ihm um: Als er einst, um die Sterne zu beobachten, begleitet von einem alten Weib, seine Wohnung verließ, fiel er in eine Grube. Da rief dem Aufschreienden das Weib die Worte zu: ›Du kannst nicht sehen, Thales, was dir vor Füßen liegt, und wähnst zu erkennen, was am Himmel ist?‹«[2] Was bedenklich an des Konfuzius Ausspruch erinnert, wer das Leben nicht kenne, solle sich nicht um Geister kümmern. Aber wir dürfen der alten Frau wohl keine konfuzianische Bildung unterstellen, zumal Thales wahrscheinlich ein Menschenalter vor Konfuzius lebte.

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Anmerkungen

  1. 1.
    K. Reich in seiner Einleitung zu Diogenes Laertius, XII.Google Scholar
  2. 2.
    Diogenes Laertius, 19.Google Scholar
  3. 3.
    Ibn Challikan, 29–30.Google Scholar
  4. 4.
    Ibn Challikan, 30–31.Google Scholar
  5. 5.
    Sima Qian, I, 409–411.Google Scholar
  6. 6.
    Gernet, 577.Google Scholar
  7. 7.
    Hierzu vor allem Gernet, 100–147.Google Scholar
  8. 8.
    Die Darstellung dieses Vorfalls und das Dekret nach Hu Shih II, 20–21; ähnlich berichtet das Ereignis auch Wang Chong, Lunheng, I, 449–450, 490–491.Google Scholar
  9. 9.
    Siehe Shryock, 25.Google Scholar
  10. 10.
  11. 11.
    Wang Yü-ch’üan, 139.Google Scholar
  12. 12.
    Sima Qian, I, 277–278.Google Scholar
  13. 13.
    Takakuwa, zitiert nach Shryock, 28.Google Scholar
  14. 14.
    Nach Shryock, 38.Google Scholar
  15. 15.
    Loewe, The Case of Witchcraft in 91 BC, in Loewe, 37–90.Google Scholar
  16. 16.
    Nach Hu Shih II, 33–34.Google Scholar
  17. 17.
    Tjan Tjoe Som, Po Hu T’ung.Google Scholar
  18. 18.
    Hu Shih II, 35.Google Scholar
  19. 19.
    Siehe hierzu Fung Yu-lan, II, 1–132; Needham, II, 216–303; und die bereits erwähnten Untersuchungen.Google Scholar
  20. 20.
    Chunqiu, übersetzt nach Legge, V, 833.Google Scholar
  21. 21.
    Dong Zhongshu, 64, Kapitel 5.10a, leicht verändert.Google Scholar
  22. 22.
    Roetz’ Buch ist auch diesem Phänomen gewidmet und dafür grundlegend; vergleiche auch Fung, II, 7–87.Google Scholar
  23. 23.
    Chunqiu fanlu, Kapitel 81, zitiert bei Fung, II, 19.Google Scholar
  24. 24.
    Ein Beispiel findet sich bei Needham, II, 262–263. Forke gibt im Anhang I zum Lunheng eine ähnliche Aufstellung und weist auch auf europäische Parallelen hin: Wang Chong, Lunheng, II, 431–478.Google Scholar
  25. 25.
    Liji, Kapitel 81, übersetzt nach Needham, II, 271–272.Google Scholar
  26. 26.
    Chunqiu fanlu, Kapitel 42, zitiert nach Fung, II, 21.Google Scholar
  27. 27.
    Fung, II, 22.Google Scholar
  28. 28.
  29. 29.
    Chunqiu fanlu, Kapitel 56, zitiert nach Fung, II, 31.Google Scholar
  30. 30.
    Fung, II, 32.Google Scholar
  31. 31.
    Fung, II, 47.Google Scholar
  32. 32.
    Die Übersetzung von Seufert ist der von Pfizmaier vorzuziehen.Google Scholar
  33. 33.
    Seufert, 47.Google Scholar
  34. 34.
  35. 35.
    Seufert, 37.Google Scholar
  36. 36.
    Seufert, 50.Google Scholar
  37. 37.
    Hu Shih II, 38.Google Scholar
  38. 38.
    Seufert, 20.Google Scholar
  39. 39.
    Seufert, 33–34.Google Scholar
  40. 40.
    Needham, Relations …, 166.Google Scholar
  41. 41.
    De Groot, 248.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

Authors and Affiliations

  • Harald Borges

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