Advertisement

Han Fei Zi

Politik statt Moral
  • Harald Borges
Chapter

Zusammenfassung

Han Fei Zi war ein extremer Vertreter staatlicher Ordnung — dies nicht, weil er durch sie eine verlorengegangene, rituelle Harmonie der Welt wiederherzustellen gedachte, sondern aus durchaus kühler Überlegung, die gelegentlich dank ihrer Klarheit einen Zug des Grausamen annimmt. Er hatte den Standpunkt älterer Philosophen hinter sich gelassen, die dem Herrscher ein Wissen in die Hand zu geben trachteten, das sie als moralisch verstanden und mit dem sie einen Ausgleich der Interessen verschiedener Gesellschartsschichten suchten, um die Welt wenigstens in Teilen zu harmonisieren. Han Fei dagegen interessierte sich nicht im geringsten für Fragen irgendeiner Moral und stellte sich offen gegen alles Überlieferte, das sich als so wenig brauchbar erwiesen hatte, zur Befriedung der Menschen beizutragen. Er lehrte Herrschaft nicht als Anstalt zur Durchsetzung bestimmter ethisch geprägter Lebensformen, sondern als eine Technik, die nur ein Ziel kennt: die Macht des Alleinherrschers als auch faktisch einzige Macht im Staat zu etablieren und so weit auszubauen, daß an Interessengegensätze gar nicht mehr zu denken ist, da das System allen nur die Verfolgung eines einzigen Interesses erlaubt: das des Herrschers nämlich.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Han Fei, I, 49.Google Scholar
  2. 2.
    Han Fei, II, 275.Google Scholar
  3. 3.
    Han Fei, II, 276.Google Scholar
  4. 4.
    Han Fei, II, 298–299, 43.Google Scholar
  5. 5.
    Han Fei, II, 206.Google Scholar
  6. 6.
    Han Fei, II, 276.Google Scholar
  7. 7.
    Han Fei, I, 133.Google Scholar
  8. 8.
    Han Fei, I, 145–146.Google Scholar
  9. 9.
    Han Fei, II, 239.Google Scholar
  10. 10.
    Han Fei, Kapitel XX, übersetzt nach Wu, 42.Google Scholar
  11. 11.
    Han Fei, II, 71.Google Scholar
  12. 12.
    Eikema Hommes, 207–208.Google Scholar
  13. 13.
    Han Fei, I, 47.Google Scholar
  14. 14.
    Machiavelli, 187.Google Scholar
  15. 15.
    Han Fei, I, 54–55.Google Scholar
  16. 16.
    Han Fei, I, 110.Google Scholar
  17. 17.
    Han Fei, I, 124.Google Scholar
  18. 18.
    Hanshu, Buch IX, zitiert bei Wu, 101–102.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1993

Authors and Affiliations

  • Harald Borges

There are no affiliations available

Personalised recommendations