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Exkurs: Das Geld

  • Norbert Wokart
Chapter

Zusammenfassung

Jede Gesellschaft hat ihre Symbole, in denen sie sich wiedererkennt, sie ignoriert aber gewöhnlich die, die sie wirklich repräsentieren; das gilt auch für eine Gesellschaft, deren Ideal angeblich die Freiheit ist, während sie in Wahrheit doch nur attributive kennt und meint. Deshalb ist auch nicht die Freiheit ihr wahres Symbol, sondern das Geld; denn attributive Freiheit und Geld sind komplementäre Werte, und die Geltung der einen hat die Schätzung des anderen zur Folge. Dieser Zusammenhang ist das Thema dieses Exkurses, in dem es also weder um eine Theorie des Geldes geht, noch um die sattsam bekannten Versuche, das Geld und seinen Gebrauch mit moralischen Kategorien zu regeln, um entweder Fälschungen und einer inflationären Fiskalpolitik vorzubeugen oder seinen angeblich die Sitten verderbenden Einfluß anzuprangern. Solche moralischen Betrachtungen sind selbstverständlich und begleiten das Geld von seinen Ursprüngen an. Schon Diogenes Laertios erzählt in seiner Philosophiegeschichte eine typische Anekdote über den Kyniker Diogenes aus Sinope, der bekanntlich der Sohn eines Geldwechslers war, daß ihm nämlich der Gott Apollon zwar die Änderung der staatlichen Ordnung, nicht aber der Münze erlaubt habe.

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Anmerkungen

  1. 25.
    A. Sohn-Rethel: Zur kritischen Liquidierung des Apriorismus. Eine materialistische Untersuchung. In: Geistige und körperliche Arbeit. Weinheim 1989, S. 211.Google Scholar
  2. 26.
    K. Marx: Zur Kritik der Nationalökonomie. Ökonomisch-philosophische Manuskripte. In: Frühe Schriften I, Darmstadt 1962, S. 631.Google Scholar
  3. 27.
    Das bestätigen Untersuchungen des Strafvollzugs, die zeigen, daß Wirtschaftkriminelle wie Manager oder Bankiers besser behandelt werden und häufiger Hafterleichterungen oder Haftverschonung erhalten als ordinäre kleine Diebe. Siehe dazu B. Freimund: Vollzugslokkerungen — Ausfluß des Resozialisierungsgedankens. Frankfurt/M. 1990.Google Scholar
  4. 28.
    G. Simmel: Philosophie des Geldes. München/Leipzig 1922, S. 214.Google Scholar
  5. 29.
    M. Horkheimer: Zum Begriff der Freiheit. In: Gesammelte Schriften. Band 7. Frankfurt/M. 1985, S. 148.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1992

Authors and Affiliations

  • Norbert Wokart

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